Röttgen: Putin steht stärker unter Druck – Wendepunkt für den Kreml?

Norbert Röttgen von der CDU sieht den russischen Präsidenten Wladimir Putin in einer zunehmend brenzligen Lage, nicht nur militärisch, sondern auch innenpolitisch.

heute 09:02 Uhr | 2 mal gelesen

Wenn man dieser Tage auf Moskau blickt, fällt einem etwas auf: Die Parade zum 9. Mai, traditionell eine Demonstration von Stärke, wirkte dieses Jahr verzichtbar wie eine Liebesbrieftaube im Sturm – Demosoldaten, wenig Gerät, zurückhaltende Gesten. Norbert Röttgen, ein CDU-Mann, der für klare Worte bekannt ist, meint dazu: Das ist kein Zufall, sondern ein deutlicher Hinweis darauf, dass Putin der Boden unter den Füßen heiß wird. Kriegsmüdigkeit in Russland nimmt zu, und Wirtschaftszahlen sehen, freundlich gesagt, besorgniserregend aus. Interessant – und ein wenig unerwartet: Die Ukraine dreht den Spieß immer öfter um. Laut Röttgen fliegen mittlerweile Drohnen aus dem Westen bis in die Innenstadt Moskaus, was für Unruhe und Defizite beim Kreml sorgt. Wer sich noch an pompöse Siegesfeiern auf dem Roten Platz erinnert, merkt, wie schwer es inzwischen ist, damit die Massen zu beeindrucken. Sicherheit ist spröde geworden. Noch bemerkenswerter findet Röttgen aber, wie die Ukraine unter dem Druck der ständigen Angriffe in Technik und Industrie ein Wachstum hingelegt hat, das selbst Militäranalysten überrascht: Reichweiten von Raketen, Produktion von Drohnen, Angriff auf russische Ölraffinerien – vor zwei Jahren hätte das kaum jemand vorhergesagt. Klar: Die Ukraine braucht weitere Unterstützung aus Deutschland und anderswo, aber das Verhältnis entwickelt sich. "Wir reden nicht mehr von Einbahnstraßenhilfe – Europa lernt mittlerweile von Kiew, nicht nur umgekehrt." Ob das nun alles ein nachhaltiger Wendepunkt ist oder doch nur ein vorübergehendes Zittern im Gebälk des Kremls – sicher lässt sich das nicht sagen. Aber über der russischen Hauptstadt weht der Wind inzwischen aus einer anderen Richtung. Wer hätte das gedacht?

Röttgen sieht Anzeichen für eine wachsende Schwäche Russlands: Die Minimalisierung der Moskauer Militärparade interpretiert er als Zeichen für den gestiegenen Druck auf Putin. Zugleich betont er die wachsenden Fähigkeiten der Ukraine, insbesondere technische Innovationen und miltärische Schläge auf russischem Boden – Faktoren, die das alte Machtgleichgewicht ins Wanken bringen. Aktuelle Berichte zeigen, dass die russische Luftverteidigung durch ukrainische Drohnenangriffe tatsächlich herausgefordert wird, während die ukrainische Führung international weiterhin für weitere Hilfen wirbt. Die wirtschaftliche Lage Russlands wird laut mehreren Analysen zunehmend kritisch eingeschätzt, da westliche Sanktionen Wirkung zeigen und der Export von Energie leidet (DW, FAZ). Gleichzeitig bleibt offen, wie stabil die ukrainischen Erfolge sind und mit welchen Mitteln Kiew seine Verteidigung in den kommenden Monaten sichern kann.

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