Manchmal sind es die Themen, die irgendwie immer wieder auf den Tisch kommen, die am schwersten zu greifen sind – so wie die Altersgrenze für den Eintritt in die Rente. Bundesbankpräsident Joachim Nagel tritt aktuell erneut dafür ein, dass wir in Deutschland länger arbeiten sollten. Er spricht Klartext und scheut nicht vor unbequemen Wahrheiten zurück: Wenn Menschen immer älter werden, dann muss sich auch das Rentenalter verschieben. Klingt hart, ist aber, so Nagel, eine Reaktion auf demografische Tatsachen.
In einer Situation, in der die Wirtschaft nicht gerade brummt und neue Zolldrohungen etwa aus den USA die Lage verschärfen könnten, verlangt der Präsident trotzdem vier Dinge: mehr Engagement für wirtschaftliches Wachstum, ein offener Blick für die Realität, der Mut, die niedrige Produktivitätsdynamik anzuerkennen – und die Bereitschaft, unser System der Staatsfinanzen neu zu denken. Das Produktivitätswachstum? Halbstark, mehr als halbiert, sagt Nagel. Industriestandorte und Wettbewerbsfähigkeit? Auf dünnem Eis.
Auch beim Thema Schuldenbremse legt er den Finger in die Wunde: Die bisherigen Regelungen passen aus seiner Sicht nicht mehr zur europäischen Realität und benötigen ein Update, ohne den finanzpolitischen Rahmen zu sprengen. Ziel sei es, Verteidigungsausgaben nicht auf Pump zu finanzieren, sondern aus dem laufenden Haushalt zu stemmen. Nicht zuletzt steht das glänzende AAA-Rating auf dem Spiel – und diese Bestnote verteilt niemand mit Garantie.
Joachim Nagel fordert angesichts der Überalterung der Gesellschaft ein höheres Renteneintrittsalter, das an die steigende Lebenserwartung angepasst werden sollte. Die Produktivität in Deutschland hinke international hinterher und die Sozialsysteme geraten zunehmend unter Druck, was aus Sicht des Bundesbankchefs tiefgreifende Reformen notwendig macht. Laut aktuellen Berichten sind die Herausforderungen noch drängender geworden: Fachkräftemangel, lahmende Produktivität und steigende Ausgaben für Rente und Gesundheit zwingen mehr Politiker, über eine längere Lebensarbeitszeit, Zuwanderung und einen Umbau des Rentensystems nachzudenken; gleichzeitig gibt es anhaltende Debatten über die richtige Reform der Schuldenbremse, bei der zwischen strengen Haushaltsregeln und nötigen Investitionen abgewogen wird. Mehrere Zeitungen berichten, dass Ökonomen sowie Politiker das Thema Rentenreform aktuell wieder ins Zentrum setzen. Die Bundesregierung prüft Modelle wie das flexible Renteneintrittsalter sowie stärkere Erwerbsanreize für Ältere.