Der Politico-Journalist Gordon Repinski wurde zunächst zur fraktionsübergreifenden Feier von Union und SPD eingeladen, musste aber auf Druck der Veranstalter die Party doch verlassen, da Journalisten offenbar unerwünscht waren. Solche selektiven Ausladungen werfen ein Schlaglicht auf das angespannte Verhältnis zwischen Politik und Medien, gerade bei Veranstaltungen, die eigentlich Offenheit und Austausch fördern könnten. Interessant bleibt, dass die Fraktionsspitzen selbst – allen voran Jens Spahn – die klare Medienabgrenzung forcierten, während im Hintergrund die üblichen Köpfe der politischen Landschaft gegenseitig anstoßen und Netzwerke neu sortieren. Zusätzliche Hintergründe: In mehreren aktuellen Berichten (u.a. taz, Der Spiegel) wird darauf hingewiesen, dass Transparenz und der Zugang der Presse zu politischen Entscheidungsstätten in Berlin immer wieder Thema und gelegentlich auch Zankapfel sind. Gerade mit Blick auf Fraktionsfeiern und Hintergrundtreffen betonen Medienvertreter, wie wichtig ein gewisses Mass an Offenheit sei – nicht nur für die Berichterstattung, sondern auch für das Vertrauen der Öffentlichkeit. Während das Gemeinschaftserlebnis in der Politik zunehmend als abgesichert verstanden wird, wünschen sich viele Reporterinnen und Reporter einen Hauch mehr Normalität im Umgang mit akkreditierten Journalist:innen. (Stand: Juni 2024)