Schweizer Hausratversicherung: Prämien steigen, Wechselbereitschaft bleibt gering

In den letzten zwei Jahren waren 63 % der Menschen in der Schweiz mit höheren Kosten bei ihrer Hausratversicherung konfrontiert—doch nur wenige nutzen das, um den Anbieter zu wechseln. Besonders im Tessin droht Unterversicherung, da knapp vier von zehn Haushalten ihr Eigentum gar nie neu bewertet haben.

heute 08:51 Uhr | 3 mal gelesen

Mal ehrlich: Wer denkt schon regelmäßig an seine Hausratversicherung? Die Zeit rennt, das Inventar wächst, und plötzlich trifft die nächste Rechnung ein. Laut der neuesten Bonus.ch-Umfrage wurden fast zwei Drittel der befragten Schweizerinnen und Schweizer in den letzten beiden Jahren mit Prämienerhöhungen konfrontiert. Die Bandbreite reicht von dezenten Aufschlägen bis zu spürbaren Mehrkosten, vor allem in der italienischen Schweiz. Trotz allem bleiben fast alle ihrer Versicherung treu. Das spiegelt sich auch im Zahlenwerk: Im Tessin sind 9 % Fahranfänger bei ihrem Versicherer, während in der Deutschschweiz satte 79 % schon fünf Jahre oder mehr keinen Wechsel erwogen haben. Nur 11 % wagten in zwei Jahren einen Sprung zum Konkurrenten – so viel zur Marktdynamik. Der Blick ins Detail: Während die Mehrheit nicht jährlich ihr Inventar bewertet, wächst das Risiko, im Ernstfall auf Schäden sitzenzubleiben. Es ist erstaunlich—und vielleicht menschlich—dass so viele Leute „einfach mal laufen lassen“. In der Romandie und der Deutschschweiz ist man etwas engagierter beim Aktualisieren, doch im Tessin denkt fast niemand daran. Mobiliar-Kund*innen sind noch am versiertesten, wie die Umfrage nahelegt. Was hält die Kundschaft dann überhaupt bei der Stange? Interessanterweise ist es seltener der Preis, sondern eher der Umgangston und das Gefühl, bei Ärger nicht ins Leere zu laufen. In der Deutschschweiz zählt der Ruf, im Westen der Preis, im Süden der Service. Unterm Strich zeigen die Zahlen eine seltsame Mischung aus Zufriedenheit und Trägheit. Satte 91 % würden ihre Police weiterempfehlen, das spricht für die grundsätzliche Zufriedenheit mit dem Produkt und Service—trotz steigender Kosten. Kurios irgendwie, wie viel Gewohnheit mitspielt. Vielleicht ist es ja auch schlicht Bequemlichkeit. Oder die Hoffnung, dass der nächste Sturm nicht das eigene Dach trifft, und alles doch noch gut geht.

Der Markt für Hausratversicherungen in der Schweiz ist von moderaten, aber spürbaren Prämiensteigerungen geprägt—vor allem in bestimmten Sprachregionen wie dem Tessin. Die Wechselbereitschaft bleibt weiterhin erstaunlich gering, obwohl Angebote und Preisunterschiede bestehen und vereinzelt besonders junge Kunden häufiger wechseln. Ein zentrales Risiko bleibt die Unterversicherung, vor allem dort, wo Inventar selten oder nie neu bewertet wird; dabei könnte eine regelmäßige Neubewertung im Schadensfall böse Überraschungen verhindern. Viele Versicherte zeigen sich mit ihrem Anbieter, besonders der Mobiliar, sehr zufrieden, wobei Freundlichkeit, Erreichbarkeit und Verlässlichkeit eine größere Rolle spielen als der reine Preis. In den letzten Tagen thematisieren Schweizer und internationale Medien verstärkt die steigenden Lebenshaltungskosten, Inflation und eine wachsende Sensibilität der Bevölkerung für Versicherungsthemen – etwa, dass viele Haushalte Kostensteigerungen akzeptieren, solange der Service stimmt. Zudem berichten Quellen wie die NZZ und tagesanzeiger.ch jüngst, dass Prämienerhöhungen auch auf zunehmende Unwetterschäden und gestiegene Ansprüche an digitalen Service zurückzuführen sind, während Verbraucherschützer mehr Transparenz bei der Preisgestaltung der großen Versicherungen fordern.

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