Abbruch der US-Hilfen verschärft Hungerkatastrophe im Tschad – Besonders Kinder leiden

N'Djamena / Farchana – Im Herzen Afrikas kämpft der Tschad mit Armut, Nachbar-Konflikten und Katastrophen, doch jetzt verschärft der Stopp amerikanischer Entwicklungsgelder die ohnehin prekäre Lage spürbar. Immer mehr Geflüchtete suchen Sicherheit, doch den überforderten Camps fehlt es selbst am Notwendigsten. Mitarbeitende der SOS-Kinderdörfer schlagen Alarm: Überall Unterernährung, ein täglicher Überlebenskampf, vor allem für Kinder. Viele von ihnen sind auf sich allein gestellt, irren hungrig durch das Land – und stehen in akuter Gefahr.

heute 09:33 Uhr | 2 mal gelesen

Der Tschad ist wahrlich kein Einzelfall, doch an seinem Beispiel zeigt sich drastisch, wie katastrophal der Wegfall der US-amerikanischen Entwicklungshilfe (USAID) sich auswirken kann. Die Armut ist längst zum Alltag geworden, und neue Hiobsbotschaften – in Form ausbleibender Lebensmittelhilfen und geschlossener Projekte – lassen viele Menschen verzweifelt zurück.

Geflüchtete und Einheimische im selben Boot – aber es leckt

Fast vier Fünftel der Menschen im Tschad kämpfen mit Armut und fehlendem Zugang zu Lebenswichtigem. Dazu kommen die Hunderttausenden aus Nachbarländern wie dem Sudan, die nach grausamen Konflikten und Bürgerkrieg Zuflucht suchen – doch statt Hilfe erwartet sie oft eine neue Hürde: Die finanziellen Mittel der Hilfsorganisationen schrumpfen rasant. Noch Ende 2024 floss Geld aus den USA, aber seit Kurzem herrscht Ebbe. Not macht erfinderisch – jedoch auch wütend und verzweifelt: Kaum noch Lebensmittel, kaum medizinische Versorgung, Frustration breitet sich aus. SOS-Kinderdörfer berichten von Szenen, die einen schlucken lassen: Kinder suchen auf Märkten nach Krümeln, Eltern ohne Hoffnung.

Region Quaddai – Überfordert, aber nicht aufgegeben

Besonders dramatisch ist die Lage im Osten, an der sudanesischen Grenze rund um Quaddai. Kinder und Frauen überwiegen unter den Geflüchteten, aber die Hilfe ist längst nicht mehr ausreichend. Kinderschutz, Bildung, sogar lebensnotwendige medizinische Betreuung – vieles ist nur noch Schatten seiner selbst oder fällt weg. Andere Hilfsorganisationen brechen ab, die SOS-Kinderdörfer versuchen zu halten, was sie können, wissen aber: Die Ressourcen reichen nicht für alle. Und während offizielle Anlaufstellen schließen, weichen immer mehr Menschen in improvisierte, oft unsichere Unterkünfte aus. Ein Teufelskreis, denn mit jeder neuen Notlösung werden neue Risiken geboren. Hilfe wirkt fast nur noch wie ein Pflaster auf eine klaffende Wunde.

Wie weiter? Hilflosigkeit trifft Engagement

Klar, es gibt sie noch: Die Child-Friendly-Spaces, kleine Inseln der Hoffnung. Aber sie sind überfüllt, und die Teams arbeiten am Limit – mit dem Ohnmachtsgefühl, dass jede Hilfe zu wenig erscheint. Die SOS-Kinderdörfer berichten von Community-Mitarbeitenden, die längst an ihre psychischen und körperlichen Grenzen stoßen. Der Hunger breitet sich aus und zwingt auch bislang friedliche Gemeinschaften zu radikalen Schritten. Die Zukunft bleibt ungewiss – auch weil internationale Aufmerksamkeit langsam abnimmt.

Hintergrund: USAID-Aus – Globale Auswirkungen, lokale Dramen

Der Rückzug der USAID trifft nicht nur den Tschad. Auch Nigeria, Kolumbien und die Ukraine berichten inzwischen von drastisch sinkenden Hilfszahlen. Jahrzehntelang war die US-Entwicklungsbehörde einer der größten Akteure. Jetzt gibt es Lücken, die kaum zu füllen sind. Laut Fachleuten wie den Forschern von 'The Lancet' könnten diese Lücken Millionen Kinderleben kosten – das ist keine leere Prognose. Dringender Appell der Betroffenen: Ohne neue Unterstützung sind viele Leben bereits verloren.

Der Tschad erlebt derzeit eine Zuspitzung der humanitären Krise, nachdem die USAID ihre Hilfen drastisch zurückgefahren hat. Über 80 Prozent der Bevölkerung leben in Armut, hinzu kommen grenzübergreifende Flüchtlingsströme, insbesondere aus dem Sudan. Die Lage in den Camps wie in der Region Quaddai ist verzweifelt: Versorgungsangebote, Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen brechen weg, vor allem Kinder sind durch Hunger, Ausbeutung und Krankheit bedroht. Neuere Berichte auf Plattformen wie DW und Spiegel sprechen von einer sich zuspitzenden Versorgungskrise, wobei nicht nur Ernährung, sondern auch Zugang zu Wasser und medizinischer Grundversorgung stark gefährdet sind. Mehrere Quellen berichten aktuell von einsetzenden Versorgungsengpässen auch bei Hilfsorganisationen abseits der SOS-Kinderdörfer, da internationale Geberländer zunehmend zögern, neue Mittel freizugeben. UN und lokale NGOs warnen inzwischen vor einer möglichen Ausweitung der Krise auf andere Sahelstaaten, die in ähnlicher Weise von Kürzungen betroffen sind.

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