Es klingt erst einmal nach einer dieser altbekannten Debatten: Social Media, zu viel Bildschirm, schädlich für die Jugend. Aber was der BDP jetzt in seiner jüngsten Resolution fordert, ist mehr als nur der Ruf nach Elterndisziplin. Die Psychologinnen und Psychologen des Verbands machen ernst – und wollen vor allem eines: echte politische Konsequenzen.
Die Zahlen psychischer Erkrankungen steigen, darunter Angststörungen, Aufmerksamkeitsprobleme und Depressionen. Angesichts multipler Studien, die einen direkten Zusammenhang mit übermäßigem Social Media-Gebrauch zeigen, spricht der BDP von einer klaren Gefahr fürs Kindeswohl. Sie sagen: Es ist höchste Zeit, die Verantwortung nicht länger auf Eltern oder Schulen abzuwälzen.
Der Verband präsentiert einen ziemlich umfassenden Forderungskatalog: Social Media-Plattformen sollen stärker in die Pflicht genommen werden, etwa wenn es um kindgerechte Inhalte oder die Offenlegung ihrer Algorithmen geht. Entscheidend sei Transparenz, damit wenigstens Aufsichtsbehörden und Forscher die Funktionsweise nachvollziehen können.
Ein weiteres Thema: sichere, datensensible Altersverifikation. Die Realität ist, dass sich Kinder viel zu leicht Zugang verschaffen. Hier eine gesetzliche Neuregelung zu schaffen, wird explizit gefordert.
Interessant – oder vielleicht auch provokant – ist die Idee einer gestaffelten Altersfreigabe für Social Media und ein deutschlandweites Smartphone-Verbot an Schulen, inspiriert von Schleswig-Holstein und internationalen Vorbildern. Medienkompetenz soll bei Lehrkräften gezielt gefördert werden, einschließlich Beratungsstellen und Social Media-Sprechstunden für Schüler und Eltern.
Unterm Strich: Die psychische Gesundheit der nächsten Generation sei keine Nebensache. Jetzt gehe es darum, endlich verbindliche Regeln durchzusetzen, die sich am Kindeswohl orientieren und medienpädagogische Begleitung nicht den Zufällen des Elternhauses überlassen.
Ansprechpartnerin für Medien: Bettina Genée, presse@bdp-verband.de, Tel: +49176 58868222.
Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) forderte in einer jüngsten Resolution an die Politik verbindliche Regelungen für die Nutzung von Social Media durch Kinder und Jugendliche. Als Hauptgründe werden der Anstieg psychischer Erkrankungen und entwicklungspsychologische Risiken durch übermäßige Smartphone- und Social Media-Nutzung genannt. Zentral sind Forderungen nach klarer Altersverifikation, Algorithmen-Transparenz, medienpädagogischer Unterstützung sowie ein Smartphone-Verbot an Schulen – Maßnahmen, die in ähnlicher Form international diskutiert und teils bereits umgesetzt werden, etwa in Frankreich und bestimmten US-Bundesstaaten. Recherchen ergänzen: Insbesondere nach der Corona-Pandemie haben psychische Probleme bei Kindern in Deutschland merklich zugenommen, was vielfach auch auf vermehrten Medienkonsum zurückgeführt wird. Während einige Bildungsverbände eine differenziertere Medienkompetenzvermittlung fordern, wächst europaweit der politische Druck auf Tech-Konzerne, Alterskontrollen und Datenschutz spürbar zu verschärfen. Auch in anderen Ländern, etwa in Großbritannien, werden aktuell neue Jugendschutzgesetze diskutiert, die Plattformbetreiber für Risiken umfassender haftbar machen sollen.