Ich habe das Gefühl, das frisch in Produktion gehende Märchen 'Die Prinzessin und der Stalljunge' könnte einige Überraschungen bereithalten – immerhin ist ein Körpertausch selten nur ein Gag, sondern ein Einstieg in eine Verwandlung auf mehreren Ebenen. Mit dabei im Drehteam: Tomomi Themann als Gwendolyn, Filip Schnack als Otto, Anneke Kim Sarnau in der Rolle einer vermutlich zwielichtigen Hexe Urba, und Hans-Jochen Wagner als König Kurt. Gedreht wird zwischen historischen Kulissen und einfachen Stallungen, bis zumindest Mitte Mai. Sendetermin wird wohl rund ums nächste Weihnachtsfest sein, wie bei den ARD-Märchen üblich – bereits seit 18 Jahren gibt es diese Verfilmungen, und jedes Jahr heißt es aufs Neue: 'Sechs auf einen Streich'.
Diesmal ist die Protagonistin wirklich nicht die klassische Prinzessin. Sie sehnt sich nach Abenteuern, hat wenig Interesse an höfischen Ritualen oder Glitzerkleidern. Und mit ihr versponnen: Otto, der gerne mal im Schloss tanzen würde, statt zu schuften. Verwicklungen sind programmiert, denn als Hexe Urba und ihr Sohn auftauchen, geraten die Machthierarchien ordentlich ins Rutschen. Die gefangene Fee Pucki gibt beiden schließlich die Möglichkeit – oder das Verhängnis? – in den Körper des jeweils anderen zu schlüpfen. Klingt ein bisschen wie ein Märchen auf den Kopf gestellt. Ich frage mich: Was bleibt von einem selbst, wenn man plötzlich im Körper einer anderen Person landet?
Für die Produktion stehen außerdem Nele Rössler, Neda Rahmanian, Thomas Ziesch und Volker Zack vor der Kamera. Das Drehbuch stammt aus der Feder von Catharina Junk und Katja Kittendorf. Regie führt Philipp Scholz, Kostüm und Kulisse werden von erfahrenen Namen wie Lena Scharrer und Jeannie Ulrich betreut. Studio Alba (Holger Ellermann & Lisa Arndt) produziert im Auftrag des NDR, federführend in der Redaktion ist Sandra Le Blanc-Marissal. Das Pressefoto gibt einen kleinen Vorgeschmack, den Rest muss man sich wohl noch vorstellen.
Der Märchenfilm 'Die Prinzessin und der Stalljunge', der zur bekannten ARD-Reihe 'Sechs auf einen Streich' gehört, bricht mit traditionellen Märchenklischees: Hier begegnet eine abenteuerlustige Prinzessin einem Stalljungen, es kommt zu einem magischen Körpertausch und viele gesellschaftliche Rollen werden hinterfragt. Diese in Hamburg, Schwerin und auf Schloss Breitenburg entstehende Produktion bringt neben klassischen Märchenelementen auch eine Frischzellenkur in das Genre – der geplante Sendetermin ist Ende des Jahres 2025, passend zum Weihnachtsprogramm. In den letzten 48 Stunden berichteten mehrere Medien, dass sich die Märchensparte öffentlichen Zuspruchs erfreut, insbesondere weil klassische Stoffe wie Märchen durch Diversität und moderne Perspektiven neu interpretiert werden. Außerdem wurde in taz.de und spiegel.de diskutiert, wie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Diversity und moderne Rollenbilder zunehmend in Kinder- und Familienfilmen präsent sind – ein Trend, dem sich auch die neue Märchenverfilmung anschließt. Das bestätigt der „ARD Diversity-Bericht“, nach dem inzwischen alle neuen fiktionalen Produktionen überprüft werden, ob sie die gesellschaftliche Vielfalt abbilden.