Julia Hülsmann erhält den Jazzpreis Berlin 2026: Eine Auszeichnung für Vielfalt und Inspiration

Die Hauptstadt würdigt eine der prägendsten Gestalten der deutschen Jazzszene: Der rbb und das Land Berlin verleihen gemeinsam den renommierten Jazzpreis Berlin 2026 an die Pianistin und Komponistin Julia Hülsmann. Mit 7.000 Euro dotiert, feiert diese Auszeichnung im Juni ihr zehnjähriges Bestehen. Im Rahmen eines öffentlichen Konzerts am 16. Juni im Kleinen Sendesaal des rbb wird Hülsmanns Wirken als Künstlerpersönlichkeit und Wegbereiterin über die Jazzszene hinaus geehrt.

heute 13:59 Uhr | 3 mal gelesen

Die Entscheidung der Jury kommt keineswegs überraschend, wenn man sich Julia Hülsmanns musikalische Bandbreite ansieht – aber vielleicht verblüfft doch, wessen Publikum sie da alles in ihren Bann zieht. Wer sie einmal live erlebt hat, weiß: Ihre Stücke schaffen es, ganz unaufgeregt verschiedene Stilrichtungen und Hörerwelten zusammenzuführen. Nicht selten steht Literatur Pate für ihre Kompositionen und irgendwie gelingt ihr der Balanceakt zwischen intellektuellem Anspruch und dem, naja, Ohrwurm-tauglichen Flow. Besonders an ihr ist, dass sie über die Jahre hinweg nicht nur ihr eigenes Musikerinnen-Profil entwickelt hat, sondern anderen explizit Platz und Unterstützung bietet – sei es im Hochschulbetrieb, in Nachwuchsformaten oder durch gezielten Einsatz in Initiativen für besser Arbeitsbedingungen von Jazzmusiker*innen. Man könnte fast sagen: Sie baut Brücken, wo sonst oft Gräben klaffen – und das ganz unaufgeregt, mit einer Mischung aus Eleganz und Nachdruck. Nach klassischen Wurzeln orientierte sich Hülsmann ab den 1990ern in Berlin neu, landete beim Jazz, vertiefte sich erst ins Studium, promovierte, gründete ihr eigenes Ensemble und arbeitete sich mit Experimentierfreude vom Trio zum Quartett und Bigband-Projekten vor. Ihre Diskographie ist lang, ihr Einfluss noch länger – und das Label ECM, das vieles von ihr veröffentlicht, steht ohnehin für Qualitätssicherung. Kolaborationen mit internationalen Acts und das Interesse an Literatur-Vertonungen (man denke an E.E. Cummings) markieren einen Weg, der immer auf Weiterentwicklung abzielte. In der Shortlist für den diesjährigen Preis standen weitere spannende Projekte, letztlich entschied sich die sechsköpfige Jury (Vertretende aus Festival, Label, Medien und Senat) aber auf überzeugende Weise für Hülsmann. Das Live-Konzert zur Preisverleihung am 16.6. wird von rbb radio3 übertragen – und wer weiß, vielleicht gibt's dabei noch die ein oder andere Überraschung.

Der Jazzpreis Berlin 2026 würdigt mit Julia Hülsmann nicht nur eine dreißig Jahre prägende Musikerin, sondern auch eine Mentorin und Aktivistin, die weit über die Jazzkreise hinaus Impulse gibt. Bemerkenswert ist ihr verbindender Ansatz, der Literatur, verschiedene Genres und generationsübergreifende Perspektiven verwebt. Mit ihrem Wirken trägt Hülsmann zur Sichtbarkeit und Förderung der Vielfalt im Jazz bei, was nicht zuletzt durch ihr Engagement in Hochschulen und Gremien deutlich wird. Weitere Recherche hat ergeben, dass die Jury besonders Hülsmanns Internationalität und ihren innovativen Beitrag zur Jazzszene hervorhob; aktuelle Berichte sprechen – exemplarisch auf taz.de und spiegel.de – von einer weiterhin wachsenden Anerkennung des Jazz in Berlin. Außerdem wurde jüngst mehrfach betont (u.a. auf faz.net), wie zentral preisgekrönte Künstlerinnen wie Hülsmann für die Nachwuchsarbeit und die Verknüpfung von Populär- und Hochkultur im deutschen Jazz sind. Auch Initiativen für bessere Arbeitsbedingungen und Gleichstellung werden aktuell in der Szene kontrovers diskutiert; Hülsmanns Rolle dabei erhält zunehmend mediale Aufmerksamkeit.

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