Initiativen für unabhängigen Journalismus
Der MDR veranstaltet zum Jahreswechsel von April zu Mai erneut eine Reihe von Medienbildungsangeboten für Schulklassen in seiner Sende-Region. Ob in den Klassenzimmern oder direkt beim Sender: Auf dem Stundenplan stehen Workshops zu Neutralität im Journalismus, Manipulation durch Falschmeldungen, Hass im Netz und Freiheit der Meinung. Auch Touren durchs MDR Aktuell Newscenter (mehr Infos) sind Teil des Formats. Das Ganze ist Teil des ARD-weiten Schulterschlusses für Medienkompetenz und wird in Kooperation mit Institutionen wie der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, dem Projekt „Journalismus macht Schule“ und der Thüringer Landesmedienanstalt organisiert.
MDR-Intendant Ludwig betont: „Die Jugend ist mit digitalen Medien praktisch aufgewachsen. Smartphones, Tablets und Co. gehören zum Alltag. Die Fülle und das rasante Tempo der Online-Medien bergen viele Vorteile, bringen aber auch Herausforderungen: Echtheit von Inhalten zu prüfen, ist nicht mehr einfach – Algorithmen verstärken Meinungen, oft unbemerkt. Medienkompetenz ist deshalb so wichtig wie Mathe oder Englisch.“
MDR persönlich und regional unterwegs
Auch die Führungsspitze des MDR packt mit an: Chefredakteurin Christin Bohmann besucht ein Leipziger Gymnasium, Landesdirektorin Dr. Astrid Plenk geht nach Bernburg, und Pressesprecher Michael Naumann diskutiert mit Schüler:innen in Oschersleben.
Regionale Studios machen mit: In Bautzen erhalten mehrere Klassen einen praktischen Einblick in Redaktionsarbeit, Recherchemethoden und den Entstehungsprozess von Nachrichten – ein Blick hinter die Kulissen, der oft überrascht.
Dokumentationen, Reportagen und internationale Stimmen
Rund um den Tag der Pressefreiheit setzt der MDR programmatisch starke Zeichen: Im Ostblogger-Projekt beschreiben Journalisten aus Osteuropa ihre Erfahrungen mit kontrollierten oder bedrängten Medien. Ungarische und serbische Perspektiven zeigen, wie schwierig unabhängige Berichterstattung sein kann.
Abends gibt es in der ARD Mediathek und im MDR Fernsehen z.B. die Filme „Zeitenwende – DDR-Medien zwischen Aufbruch und Untergang“ zur Umgestaltung der Medienlandschaft in Ostdeutschland. Außerdem die Dokumentation „Der Wahrheit verpflichtet“ über Dmitri Muratows journalistischen Kampf in Russland.
Das ARD-Magazin Brisant zieht einen Vergleich zur Situation der Medien in den USA während der Trump-Regierung, und „MDR um vier – Der starke Osten“ berichtet von einem Fake-News-Workshop in Chemnitz.
Im ARD-Mittagsmagazin fragt ein Korrespondent in Prag Schüler:innen nach ihrem Blick auf Pressefreiheit, fast wie auf einem Marktplatz der Meinungen.
Der „Leipziger Appell“ für mehr Medienfreiheit
Die Initiative „Leipziger Appell“ des MDR wird immer größer: Zahlreiche neue bekannte Persönlichkeiten haben unterzeichnet, um ein Zeichen für unabhängige Medien zu setzen. Die ständig aktualisierte Liste erscheint am 29. April (weitere Infos).
Der MDR hat zum diesjährigen Internationalen Tag der Pressefreiheit eine ganze Reihe von Aktionen gestartet, die weit über den üblichen Unterricht hinausgehen: Es geht nicht nur um Medienkritik oder Fake News, sondern um Kontaktherstellung zwischen Sender und Jugendlichen auf Augenhöhe, bis hin zur Diskussion mit dem Intendanten selbst. Die Workshops drehen sich um gesellschaftliche Schlüsselthemen wie freie Meinungsbildung, den Einfluss von Algorithmen sowie die professionelle Recherche – alles, was junge Menschen befähigt, sich in der Informationsflut zu orientieren. Darüber hinaus bringt der MDR internationale Perspektiven durch Reportagen und Dokus ins Programm, beleuchtet historische und aktuelle Medienkämpfe und unterstützt mit dem "Leipziger Appell" eine wachsende Bewegung für unabhängige, freie Presse – ein Signal, dass es der Sender ernst meint mit gesellschaftlicher Verantwortung. RECHERCHEERGEBNIS UND ERWEITERUNG: - Die TAZ berichtet aktuell über zunehmende Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten in Deutschland und zieht dabei Bilanz zum Tag der Pressefreiheit: Laut dem Internationalen Presseinstitut gab es 2023 erneut über 40 tätliche Übergriffe, während rechte Gruppierungen gezielt Pressearbeit behindern. Trotz Rückhalt in der Bevölkerung wächst der Druck auf die Redaktionen, auch durch digitale Hate Speech. Die Bedeutung von Schutzmaßnahmen für Medienschaffende rückt weiter in den Fokus (Quelle: TAZ). - Die Deutsche Welle hebt in einem Leitartikel hervor, wie antidemokratische Kräfte weltweit versuchen, die Medienlandschaft zu manipulieren oder zu schwächen: Besonders in Osteuropa, aber auch in Indien und den USA, steht Pressefreiheit massiv unter Druck. Die Redaktion betont, wie wichtig es ist, solidarisch und kritisch gegen Einschränkungen der Pressefreiheit vorzugehen (Quelle: Deutsche Welle). - Die Süddeutsche Zeitung thematisiert in einer aktuellen Analyse die Folgen von KI-gestützter Meinungsbeeinflussung auf den digitalen Plattformen: Fake News und Deepfakes seien inzwischen so ausgereift, dass zunehmend auch Erwachsene Schwierigkeiten haben, Wahrheit von Fälschung zu unterscheiden. Journalistische Bildungsprojekte – wie sie der MDR anbietet – gewinnen daher an Bedeutung, um künftige Generationen zu stärken (Quelle: Süddeutsche Zeitung).