Bildungstag: SoVD fordert Chancengleichheit für alle – Bildung als Fundament für Eigenständigkeit

Berlin – Zum Internationalen Tag der Bildung am 24. Januar ruft der Sozialverband Deutschland (SoVD) erneut dazu auf, Bildungswege für alle Menschen zu stärken. Bildung bedeutet weit mehr als Wissen: Sie schafft Teilhabe, eröffnet berufliche Möglichkeiten und schützt vor Armut. „Es ist höchste Zeit, entschlossene Schritte für gleiche Bildungschancen zu gehen – angefangen in der Schule, weiter über die Ausbildung bis hin zum lebenslangen Lernen“, sagt SoVD-Vorstand Michaela Engelmeier. Der Bildungserfolg hänge immer noch zu stark vom Elternhaus ab, kritisiert sie, und betont: Bildungsgerechtigkeit muss endlich Realität werden.

heute 07:19 Uhr | 3 mal gelesen

Wer heute in Deutschland lernt, beginnt nicht bei null – oft bringen Herkunft und familiäre Bedingungen große Unterschiede mit. Gerade Kinder, die in Armut leben, stehen vor höheren Hürden: Lernmaterial, Nachhilfe oder auch zuverlässige Computer sind für viele unerschwinglich. Der SoVD fordert deshalb, dass sämtliche Unterrichtsmaterialien kostenlos werden, Schulen barrierefrei und inklusiv gestaltet sind und jede*r Schüler*in die Unterstützung bekommt, die er oder sie braucht – egal, wie viel die Eltern verdienen. Auch der Sprung von der Schule in die Ausbildung ist für viele ein unüberwindbares Hindernis. Junge Menschen in schwierigen Lebenslagen finden seltener Ausbildungsstellen und brechen diese öfter ab. Deshalb spricht sich der SoVD für mehr individuelle Förderung, bessere Berufsorientierung und existenzsichernde Ausbildungsvergütungen aus. Engelmeier bringt es auf den Punkt: „Ein anerkannter Berufsabschluss ist das effektivste Mittel gegen Arbeitslosigkeit. Er darf kein Privileg sein.“ Darüber hinaus drängt er darauf, Weiterbildungsangebote für jede Lebensphase zugänglich zu machen, denn in der heute so schnell veränderlichen Arbeitswelt ist es unerlässlich, sich laufend weiterzubilden – und das sollte nicht am Geld oder an mangelnder Barrierefreiheit scheitern. Der Appell des Sozialverbands: Bund, Länder und Kommunen müssen Bildung endlich ganz oben auf die politische Agenda setzen – damit niemand durchs Raster fällt. Denn nur so werden echte Chancengleichheit und Zusammenhalt Wirklichkeit.

Der SoVD bringt am Internationalen Tag der Bildung die Bedeutung von zugänglicher Bildung als grundlegende Voraussetzung für individuelle Freiheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt ins Gespräch. Nach wie vor bestimmt oft der soziale Status der Eltern, wie gut Kinder und Jugendliche in Schule und Beruf vorankommen; strukturelle Barrieren und finanzielle Hürden bestehen weiterhin. Der Sozialverband setzt sich deshalb gezielt für kostenfreie Unterrichtsmaterialien, barrierefreie Bildungseinrichtungen sowie für eine bessere Unterstützung beim Übergang von der Schule in den Beruf ein. Im öffentlichen Diskurs werden aktuell verstärkt die Folgen von Bildungsungleichheiten und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt diskutiert, insbesondere im Zuge des schnellen technologischen Wandels und des Fachkräftemangels in Deutschland. Die Ampel-Koalition arbeitet an weiteren Bildungsreformen, beispielsweise mit Blick auf Digitalisierung und Inklusion; laut verschiedenen Medien haben jüngste Erhebungen jedoch gezeigt, dass Bildungsarmut und Chancenungleichheit nach wie vor ein großes Problem darstellen. Studien bestätigen jüngst, dass Bildungsarmut das Risiko sozialer Ausgrenzung massiv erhöht, während gezielte Förderung, kostenfreie Materialien und Investitionen in Ganztagsschulen positive Effekte auf die Chancengleichheit besitzen.

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