„Teilzeitchefs in der Landesregierung? Nicht bei uns“, stellte Brantner in der FAZ klar. Diese Art des politischen Rotationsprinzips ist für sie Schnee von gestern – irgendwann in den 80ern schon abgehakt. Ihr Seitenhieb gegen die Union: 'Ich dachte, die seien gegen modern anmutende Teilzeitmodelle?' Interessant, wie schnell da Prinzipien nach Lage gewechselt werden, aber so ist Politik eben auch – manchmal widersprüchlich bis zum Kopfschütteln.
Brantner betrachtet die bevorstehenden Koalitionsgespräche als echte Chance, auch wenn sie den steinigen Weg dorthin nicht verklärt. Durchaus ehrlich hier ihr Ton: 'Es wird rumpeln, aber warum nicht die Gelegenheit ergreifen, um gemeinsam wirklich große Themen anzupacken?' Ihr Vertrauen in Cem Özdemir, der wohl als potenzieller Ministerpräsident gehandelt wird, ist unverkennbar.
In Sachen Kritik am CDU-Mann Manuel Hagel bleibt Brantner gelassen. Kein orchestriertes Bashing, betont sie – alles ging von einem TV-Interview aus, vermeintlich an der Union vorbeigegangen. Ihre Nebenbemerkung über den politischen Umgang mit Frauen – bemerkenswert bissig: 'Sobald Frauen solche Themen aufgreifen, werden am Ende sie selbst kritisiert.'
Außerdem unterstreicht sie, dass die Grünen-Strategie nicht beliebig kopierbar sei. Im Vordergrund stehe für sie das Land, nicht die ideologische Herkunft einer Idee. Ihre Parole – fast schon ein alter Bankslogan – laute: 'Wir machen den Weg frei' – ein Angebot an Unternehmer und Innovationstreiber genauso wie an Bürger, die ihren eigenen Weg suchen wollen.
Überraschend noch ein persönlicher Ton: Brantner räumt ein, dass jede und jeder mal irren kann. Damit will sie das leidige Video-Thema abhaken. Und sie verweist mit einer gewissen Gelassenheit darauf, dass ein einziger missglückter TV-Moment weder für die CDU noch für die politische Debatte Zukunftsweisendes bereithalte.
Franziska Brantner hat einer rotierenden Ministerpräsidentschaft in Baden-Württemberg, wie sie einzelne CDU-Vertreter ins Spiel gebracht hatten, eine klare Absage erteilt. Sie betont, dass die Grünen das Rotationsprinzip bereits vor Jahrzehnten abgeschafft haben und verteidigt die offene Herangehensweise der Partei an Regierungsgespräche – vorrangig solle das Wohl des Landes stehen. Aktuelle Recherchen zeigen, dass innerhalb der Union und in breiteren Teilen der Öffentlichkeit teils hitzig über neue Regierungsmodelle diskutiert wird, wobei die Bereitschaft zu starken, auch persönlichen Statements in den vergangenen beiden Tagen auffällig zugenommen hat; parallel war Thema, wie weibliche Politiker in Debatten zum Teil schärfer kritisiert werden und taktisches Verhalten im Wahlkampf (insbesondere nach politischen Fehlern) von Presse und Parteien unterschiedlich bewertet wird. Brantners Anspielung auf Özdemirs mögliche Rolle als Regierungschef rückt vor diesem Hintergrund einmal mehr die Personaldebatte in den Vordergrund. Ebenso wird die Bedeutung einer Politik jenseits klassischer Parteilinien – mit Fokus auf pragmatische Lösungen – in mehreren Quellen der letzten 48 Stunden hervorgehoben.