Die ZVA-Mitgliederversammlung 2024 war von einer ganz eigenen Energie geprägt – dieses Gefühl von Aufbruch lag in der Luft. Nach erstaunlichen 17 Jahren im Präsidium, darunter drei Jahre als Verbandschef, sagt Christian Müller dem Chefsessel Lebewohl. Die Kolleginnen und Kollegen ehrten ihn zum Ehrenpräsidenten, was, ehrlich gesagt, nicht jedem zuteil wird.
Kai Jaeger, der neue Mann an der Spitze, gab sich in seiner Einführungsrede betont bodenständig. 'Kein Präsident kann Berge allein versetzen', so sein nüchterner Blick auf die Aufgabe. Der Schlüssel zum Erfolg? Eine geschlossene Front – denn "nur gemeinsam sind wir laut genug". Denn Hand aufs Herz: Im deutschen Gesundheitshandwerk weht ein rauer Wind, irgendwer hat immer eine neue Idee – aber umgesetzt wird, was im Team wächst.
Zusammen mit Armin Ameloh, der weiterhin als Vize fungiert, sowie Sylvia Alps, jetzt als erste Frau im Vize-Amt, will Jaeger die nächsten Jahre entschlossen gestalten. Apropos, kleine Randnotiz: Sylvia Alps‘ Wahl ist nicht nur ein historisches, sondern auch längst überfälliges Signal.
Beifall gab es außerdem für das unermüdliche Engagement zweier Urgesteine des Berufsstands: Lars Hellberg und Stefan Pape wurden mit dem Goldenen Ehrenzeichen des ZVA bekränzt. Während Hellberg in Ausbildung und bei Fielmann als Motor galt, ist Pape für die Innung in Schleswig-Holstein nicht wegzudenken – und seit den 90ern ein wichtiger Kopf im Verband.
Interessant auch der Gesundheitsaspekt: Die neue Meisterverordnung, die im Juli in Kraft tritt, verpasst dem Beruf einen neuen Anstrich – mehr Gesundheitsdienstleister, weniger 'nur' Handwerk. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Digitalisierung, Personalmangel und neue (oft digitale) Geschäftsmodelle lassen die Füße nie ruhig werden. Müller mahnte, bei aller Technik den Menschen und die Qualität im Auge zu behalten.
Weiterer Fokus: Nachwuchs gewinnen! Die Ausbildungsordnung wird überholt und der Verband wirbt offen für mehr öffentliche Aufmerksamkeit – Kampagnen wie „Ihre Innungsoptiker“ etwa zeigen, dass Optik weit mehr ist als Brillengestelle sortieren. Abschließend bleibt: Die Versammlung war nicht bloß Personalie, sondern ein kleiner Weckruf für die Branche.
Der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) hat einen Führungswechsel vollzogen: Kai Jaeger übernimmt das Amt des Präsidenten und tritt damit in große Fußstapfen. Schwerpunkte der neuen Amtszeit liegen auf Zusammenhalt im Berufsstand, moderner Nachwuchsförderung und der Positionierung als Gesundheitsdienstleister – insbesondere durch die bevorstehende Meisterverordnung, die die Rolle des Berufs neu auflädt. Hinzu kommt der Druck durch Digitalisierung und Fachkräftemangel: Lösungen erfordern, so der Tenor, gemeinsame, innovative Ansätze.
Neue Entwicklungen, die nach Redaktionsschluss eintrafen: Die geplante Meisterverordnung ist Teil einer bundespolitischen Initiative, verschiedene Handwerke stärker als Gesundheitsdienstleister zu profilieren. In der Branche setzt sich zudem die Debatte um telemedizinische Angebote, Online-Beratungen und neue Hybridmodelle fort – der ZVA positioniert sich dabei als Vermittler zwischen technologischem Fortschritt und bewährter Versorgung. Laut diversen Branchenportalen zeichnen sich erste Kooperationen mit Hochschulen und öffentlichen Stellen ab, um die Attraktivität des Berufs für junge Menschen zu fördern.
Die Ernennung von Sylvia Alps als erste weibliche Vizepräsidentin signalisiert zudem einen Wandel in der Verbandspolitik hin zu mehr Diversität und neuen Perspektiven in der Führung. Auch das Netzwerk der Gesundheitshandwerke will durch gemeinsame Stellungnahmen verstärkt politischen Einfluss gewinnen. Zuletzt sorgt die Imagekampagne offen für intensivere mediale Wahrnehmung, um der Branche ein moderneres, dynamisches Gesicht zu verleihen.