Manchmal sind es die kleinen Stellschrauben, an denen die großen Effekte hängen: 2025 bezogen deutsche Unternehmen insgesamt 658,7 Tonnen Schwefelhexafluorid – das sind satte 19 Prozent weniger als 2024, wie das Statistische Bundesamt am Freitag nüchtern festhielt. Was auf den ersten Blick wie eine bloße Zahl wirkt, übersetzt sich bei genauerem Hinsehen aber in 15,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Klar, SF6 gilt als einer der schlimmsten Klima-Treiber – der Stoff findet sich trotzdem noch häufig im Energiesektor. Interessant: Die Hauptabnehmer, konkret die neu gebündelte Gruppe „elektrische Erzeugung, Übertragung und Verteilung“, setzten 2025 knapp 470 Tonnen (über 70%) des Gases ein, was gegenüber dem Vorjahr nochmals ein Fünftel weniger bedeutet. Auch in der Halbleiterindustrie hat sich das Bild ein Stück gewandelt: Nach mehreren Jahren mit teils kräftigem Zuwachs wurde dieses Mal weniger SF6 eingesetzt – ein Minus von knapp 4 Prozent. Nebenbei bemerkt, hat auch das verwandte NF3, das ähnlich träge wie ungesund für die Atmosphäre ist, einen leichten Rückgang zu verzeichnen gehabt. Allerdings: Die wirklich freigesetzten Mengen von SF6 und NF3 sind noch mal eine andere Hausnummer als die bezogenen. Laut Umweltbundesamt gelangten 2024 rund 1,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent SF6 in die Atmosphäre – das entspricht lediglich 0,2 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen Deutschlands. Eigentlich wenig, denkt man, aber in Klimabilanzen zählt oft jedes Nachkommastellen-Komma.
Im Jahr 2025 ist die Nutzung des Treibhausgases SF6 in Deutschland signifikant gesunken, vor allem in der Stromwirtschaft, während auch die Halbleiterindustrie weniger abnahm. Über 15 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente entsprechen dem bezogenen Volumen, doch tatsächlich werden davon laut Umweltbundesamt nur etwa 10 Prozent emittiert, da das Gas meist in geschlossenen Systemen verwendet wird – trotzdem bleibt die Langlebigkeit in der Atmosphäre ein Problem. Zeitgleich gibt es auf EU-Ebene immer stärkere Bestrebungen, den Einsatz von SF6 durch Regularien weiter auszubremsen und Alternativen zu fördern, auch weil internationale Klimaziele andauernden Druck auf Unternehmen ausüben. In aktuellen Berichten (u.a. von taz und spiegel.de) ist zu lesen, dass die europäische Halbleiterbranche unter Druck steht, neue Prozesse zu entwickeln, während Versorger auf weniger klimaschädliche Ersatzstoffe setzen. Die Debatte um die nächste F-Gas-Verordnung, die die Verwendung fluorierter Treibhausgase stark einschränken soll, ist aus diesem Grund brandaktuell.