Kein Scherz: Trotz anhaltender Pünktlichkeitsprobleme saßen im ersten Halbjahr rund 960 Millionen Menschen in den Zügen des Konzerns – ein neuer Höchstwert seit den Jahren vor Corona. Das sind sogar 17 Millionen mehr als im selben Zeitraum 2025. Grund? Offenbar vor allem hohe Spritpreise, die etliche Berufspendler zum Umstieg auf die Schiene zwangen. Währenddessen blieben die Bahnpreise weitgehend stabil. Auch der Fernverkehr profitierte ab April spürbar vom Nachfrageschub.
Einen zusätzlichen Schub lieferten preisgünstige Spezialangebote: Etwa 600.000 Menschen griffen zum Last-Minute-Ticket, das Familienticket war für 200.000 Urlauber die Eintrittskarte in den Sommer. Die kostenlose Jugend-Bahncard 25 wurde immerhin 50.000 Mal geordert. Wer hätte das gedacht? Oft totgesagt, erfindet sich die Bahn gerade neu.
Die Deutsche Bahn kann nach sieben verlustreichen Jahren einen massiven Gewinn für das erste Halbjahr 2026 vorweisen. Im gleichen Zeitraum beförderte das Unternehmen so viele Fahrgäste wie seit den Vor-Corona-Jahren nicht mehr. Massiv angezogen hat die Nachfrage laut DB, weil gestiegene Kraftstoffpreise viele zum Umsteigen bewegten und neue Ticket- sowie Rabattaktionen breite Bevölkerungsschichten anlocken. Recherchen zeigen, dass dieser überraschend positive Kurs maßgeblich durch kurzfristige Preisoffensiven und flexible Fahrkartenmodelle beschleunigt wurde, auch wenn weiterhin Verspätungen den Ruf der Bahn belasten. Laut dem offiziellen Bericht (veröffentlicht am Donnerstag) legt die Bahn weiterhin großen Wert darauf, trotz zahlreicher Engpässe im Netz und hoher Auslastung mit diversen Rabatten und Innovationsangeboten neue Zielgruppen zu gewinnen – darunter besonders Familien und junge Menschen. Aus Branchenkreisen verlautet außerdem, dass die steigenden Gewinne nicht zuletzt auch auf staatliche Investitionen und Infrastrukturförderungen zurückgehen.