Immoscout24 im Kreuzfeuer: Kritik nach anstößigem CSD-Video

Weil ein Mitarbeiter von Immoscout24 beim Berliner CSD für Aufsehen sorgte, muss das Unternehmen nun das eigene Engagement und Verhalten intern beleuchten.

29.07.26 23:51 Uhr | 7 mal gelesen

Manchmal gehen Dinge im Netz schneller viral, als es den Beteiligten lieb ist. Bei Immoscout24 sorgt ein Video ausgerechnet vom Berliner Christopher-Street-Day für ziemlichen Wirbel: Ein Mann auf dem offiziellen Immoscout-Truck fuchtelt mit einem Fächer herum, auf dem groß und provokant ‚Anal?‘ steht. Nicht genug – unter dem Applaus der Menge dreht er sich um und zeigt sein entblößtes Hinterteil. Wirklich pikant: Neben ihm steht ein Kind auf dem Truck, was die Empörung online noch befeuert hat. Die Reaktion von Immoscout24 ließ nicht lange auf sich warten – man distanziere sich klar von der Szene und will den Vorfall nun aufarbeiten. Offenheit, Vielfalt, Respekt: Für diese Werte will das Unternehmen stehen, so heißt es zumindest in der heute veröffentlichten Mitteilung. Gerade weil auf solchen Großveranstaltungen viele verschiedene Menschen aufeinandertreffen, verlangt Immoscout24 von allen Mitarbeitenden – besonders von Führungskräften – ein respektvolles Auftreten. Besonders ironisch: Es war der erste eigene Truck des Portals bei einem CSD. Tja, einen besseren Start hätte man sich wahrscheinlich gewünscht.

Zusammenfassend spiegelt der Fall um Immoscout24s CSD-Truck ein heikles Zusammenspiel zwischen Engagement für Diversität und den Tücken öffentlicher Auftritte wider. Im Zeitalter sozialer Medien reicht ein unbedachter Moment bereits aus, um einen Grundsatzstreit um Firmenwerte und gesellschaftliche Grenzen auszulösen. Laut weiteren Medienrecherchen wurde auch in anderen Unternehmen öffentlich diskutiert, wie weit Authentizität auf Events gehen darf, die zwar Toleranz und Offenheit propagieren, aber eben auch Kinder oder Konservative unter den Zuschauenden wissen. Die Welle an Empörung zeigt, wie schnell die Balance zwischen progressiver Haltung und öffentlicher Verantwortung kippen kann. Ähnliche Debatten kreisen in deutschen Leitmedien aktuell nicht nur um Immoscout24, sondern grundsätzlich um den Rahmen für Pride-Veranstaltungen und das Auftreten von Unternehmen auf solchen Paraden – insbesondere was den Umgang mit Minderjährigen auf Umzugswagen betrifft.

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