Eralp: Mehr Personal gegen organisierte Kriminalität, differenzierte Polizeiarbeit

Elif Eralp, Frontfrau der Berliner Linken, will gezielt bei der Bekämpfung organisierter Kriminalität aufstocken, vor allem bei Steuerhinterziehung und Schutzgelderpressung. Den umstrittenen Begriff 'Clankriminalität' lehnt sie ab. Stattdessen setzt sie neben verstärkter Strafverfolgung besonders auf gezielte Prävention und soziale Unterstützung.

heute 04:03 Uhr | 2 mal gelesen

Elif Eralp, die für die Berliner Linke antritt, schaltet um auf einen etwas anderen Ton in Sachen öffentliche Sicherheit. Sie will die konsequente Strafverfolgung organisierter Kriminalität stärken, insbesondere dort, wo etwa Steuertricks dem Staat ein Riesenloch ins Budget reißen – gleichzeitig pocht sie darauf, die Sache nicht ethnisch aufzuladen.

Fokus: Ermittler und mehr Power bei Staatsanwaltschaften

Gegenüber dem Portal T-Online plädierte Eralp für mehr Köpfe und Hände speziell in den Abteilungen der Justiz, die sich um organisiertes Verbrechen kümmern. Nach ihrer Lesart reicht es nicht, die Polizei pauschal zu stärken – vielmehr müsse gezielt ausgebaut werden: Schwerpunktstaatsanwaltschaften könnten dort den Unterschied machen. Was den Ausdruck ‚Clankriminalität‘ betrifft, positioniert sie sich dagegen, da dieser dazu neige, falsch abzugrenzen und Missverständnisse über ganze Gruppen auszulösen.

Gerade Steuerhinterziehung müsse gezielter angegangen werden, auch Schutzgelderpressungen seien in Berlin keine Randerscheinung. Eralp findet deutliche Worte, wenn sie sagt, dass Menschenleben durch solche Strukturen in Gefahr geraten. Ihr Rezept: Ermittlungsarbeit stärken und dabei Präzision walten lassen.

Bei Polizei und Prävention neu denken

Früher forderten Linke teils harte Einschnitte beim Polizeibudget – jetzt rückt Eralp von solchen Pauschalen ab. Für sie zählt, die Polizei an die richtige Stelle zu setzen statt an allen Ecken alles zu tun. Sie fragt sich zudem, ob jede kleine Delle im Straßenverkehr minutiös erfasst werden muss oder jedes Mal gleich ein Großaufgebot zu Demonstrationen auflaufen sollte. Darin sieht sie einen Hebel, um Ressourcen klüger zu verteilen.

Polizei an Hotspots ja, aber nicht um jeden Preis – und nicht ohne die Hilfe anderer Player. Eralp wünscht sich, dass Sozialarbeit und Prävention die Polizei stärker ergänzen, besonders an Brennpunkten.

Brennpunkte und Verdrängungseffekte am Beispiel Berlin

Gerade am Kottbusser Tor oder Görlitzer Park, so Eralp, habe sich gezeigt, dass reine Polizeipräsenz das Problem unter die Oberfläche oder in Nachbarviertel drückt, aber nicht wirklich löst. Sie ist überzeugt: Dauerhafte Lösungen entstehen nicht mit Uniformen allein, sondern brauchen Angebote für Jugendliche, Unterstützung für bedrohte Ladenbesitzer und Programme gegen gesellschaftliche Ausgrenzung. Ihr Ansatz: Strafverfolgung kombiniert mit präventiven Konzepten, ohne Menschen in bestimmte Schubladen zu stecken.

Alte Gräben, neue Nuancen in der Sicherheitsdebatte

Im Grunde bewegen wir uns hier entlang einer Dauer-Debatte: Was bringt mehr – noch mehr Polizei und härtere Gesetze, oder ein klüger geschnürtes Paket aus Prävention und Sozialarbeit? Die Ablehnung des Begriffs 'Clankriminalität' bleibt ein Reizpunkt: Für die einen notwendig, für die anderen stigmatisierend. Eralp versucht, auf dem schmalen Grat Haltung zu bewahren: entschlossen gegen Strukturen, aber ohne Vorverurteilung nach Herkunft.

Was heißt das für die Menschen in Berlin?

Wer in Berlin wohnt, bekommt die Frage nach dem „wie“ der Sicherheit unmittelbar zu spüren, sei es bei der täglichen Angst vor Übergriffen, bei Drogenhandel oder im Bauchgefühl, das Polizeieinsätze hinterlassen. Wenn Eralp Routineaufgaben delegieren und Polizei neu priorisieren will, geht’s letztlich um Schlagkraft, aber vielleicht auch um ein anderes Klima zwischen Staat und Bürgern. Viel wird daran hängen, ob sich diese Mischung aus härterer Ermittlung und mehr Prävention in der politischen Praxis wirklich durchsetzen lässt – und dann auch spürbar wird im Berliner Alltag.

Worum geht es?

Elif Eralp, die Berliner Spitzenkandidatin der Linken, positioniert sich überraschend klar für einen Ausbau der Strafverfolgung gegen organisierte Kriminalität und Steuerhinterziehung und legt besonderen Wert auf differenzierte Polizeiarbeit. Die Begriffe und Konzepte, die im Diskurs üblich sind – Stichwort „Clankriminalität“ – lehnt sie ab, weil sie oft ethnisch stigmatisierende Züge tragen. Ihre Linie: kompromisslose Ermittlungen gegen kriminelle Strukturen, mehr Ressourcen für Staatsanwaltschaften, gezielte Prävention und Sozialarbeit – etwa in Brennpunktvierteln wie Kottbusser Tor oder Görlitzer Park.

Stimmen aus aktuellen Medien

Jüngste Berichte bestätigen, dass der Umgang mit Kriminalität an Berliner Brennpunkten kontrovers bleibt. Nach einem aktuellen Artikel des Tagesspiegels zeigen sich die Effekte erhöhter Polizeipräsenz zwiespältig: Die Kriminalität verlagert sich, soziale Ursachen werden selten behoben. Die Berliner Debatte spiegelt einen grundsätzlichen Konflikt wider: Wann hilft mehr Polizei, wann greift besser Prävention – und wo verlaufen die Grenzen zwischen Sicherheit und gesellschaftlicher Ausgrenzung?

Neue Entwicklungen und zusätzliche Fakten

Nach aktuellen Zahlen steigt die Belastung der Justiz durch komplexe Fälle von organisierter Kriminalität, gerade in den Bereichen Steuerbetrug und Schutzgelderpressung. Während einige Stimmen auf gezielte Razzien und Kontrollmaßnahmen setzen, mehren sich Initiativen aus Politik und Zivilgesellschaft, die fordern, soziale Anreize auszubauen und Hilfsangebote zu verstärken, um Kriminalitätsursachen frühzeitig entgegenzuwirken. Gleichzeitig ist der politische Diskurs um Begrifflichkeiten weiterhin scharf – mit Tendenz zur Ausdifferenzierung: Statt „Clankriminalität“ rücken Kriminalitätsstrukturen und soziale Hintergründe in den Fokus.

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