Ringen um Fairness: Flixtrain kritisiert Bevorzugung von Italo

Flixtrain wirft dem italienischen Konkurrenten Italo vor, sich Vorteile im deutschen Bahnmarkt zu verschaffen – sieht sich aber selbst weiterhin auf Expansionskurs.

heute 16:18 Uhr | 2 mal gelesen

Ein bisschen Wettbewerb schadet ja nie – so oder so ähnlich klingt es, wenn Flixtrain-Chef André Schwämmlein über den neuen Player Italo im hiesigen Fernzuggeschäft spricht. Während Schwämmlein betont, Flixtrain ergänze die Deutsche Bahn bewusst mit günstigen Fahrscheinen, zeigt er sich verwundert über Italos Forderungen nach besonderen Regeln. Die Italiener wollen ab 2028 bei uns mitmischen – allerdings, so Schwämmlein, nur unter staatlich besonders weichen Bedingungen. Die Bundesnetzagentur hat tatsächlich Zugeständnisse gemacht, wenn auch nicht in voller Breite. Die paradoxe Wendung: Flixtrain könnte am Ende selbst von den neuen Regeln profitieren, zumindest auf bestimmten Strecken und zu gewissen Zeiten. Der Münchner Anbieter bleibt trotzdem auf Angriffskurs: Neue Züge im Wert von 2,4 Milliarden Euro sind bestellt, das Netz soll bis 2025 spürbar wachsen, inklusive Anschluss der eigenen Heimatstadt München. Ob das Schienennetz bei diesem Dreikampf nicht überlastet wird? Schwämmlein winkt ab: Wo investiert und kooperiert wird, ist noch Platz. Und jenseits des Horizonts? Auch international will Flixtrain bald durchstarten – der Hunger nach Schiene hört nicht an der Landesgrenze auf.

Flixtrain kritisiert die Annäherung der Bundesnetzagentur an Italos Wünsche, was spezielle Trassenvergabe-Regelungen betrifft – sieht darin aber letztlich sogar einen eigenen Vorteil. Der Anbieter setzt weiterhin auf Expansion: Mit dem kürzlichen Milliardenauftrag für 65 neue Züge plant Flixtrain, künftig auch München anzubinden, und zeigt sich offen für internationale Strecken. Die DB als größte Konkurrenz bleibt dauerhaft prominent, doch aus Sicht Flixtrains gibt es trotz wachsender Anbieter-Konkurrenz und notwendiger Netzinvestitionen mittelfristig genug Schienenkapazität. Aktuelle Pressestimmen heben zudem hervor, dass der Markteintritt von Italo und der Wettbewerb auf der Schiene auch politisch für Diskussionen um die Regulierung des Bahnsektors sorgen – unter anderem wegen Fragen zur Fairness der Rahmenbedingungen sowie den Möglichkeiten ausländischer Akteure, sich in Deutschland durchzusetzen. Weitere Analysen thematisieren die Folgen für Ticketpreise, Service-Standards und die Rolle der Bundesnetzagentur als Schiedsrichter zwischen etablierten, deutschen und ausländischen Unternehmen.

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