Linke: VW-Chefs sollen Boni an Mitarbeitende weitergeben

Die Linke fordert den Vorstand von Volkswagen auf, ihre erheblichen Bonuszahlungen an die Belegschaft umzuleiten, statt in eigener Tasche zu behalten.

heute 18:03 Uhr | 3 mal gelesen

Ines Schwerdtner von der Linken bringt es auf den Punkt: Sie meint, die Manager von Volkswagen sollten nicht von Millionenzahlungen profitieren, während in den Werkhallen viele Angst um ihren Arbeitsplatz haben. "Die Boni gehören in die Hände derjenigen, die tatsächlich die Arbeit machen – nicht in die Chefetagen", stellte sie in der 'Welt' klar. Es sei schlicht ungerecht, dass die Vorstände sich mit üppigen Prämien belohnten, die angeblich aus gesparten Investitionen erfolgten, während einfache Beschäftigte Existenzängste durchstehen. Sie spricht sogar von "Taschenspielertricks", mit denen sich die Bosse Millionen sichern würden. Ihr Vorwurf ist scharf: Die VW-Krise und die angekündigten Massenentlassungen seien das Resultat von jahrelanger Fehlsteuerung im oberen Management. Laut Schwerdtner hätte es stattdessen Investitionen in Innovation gebraucht, nicht „fette Dividenden“ und Boni. Nun rauscht der Konzern in die Krise, Aktienkurse fallen, und als erstes wird bei den Beschäftigten gespart – wie so oft. Dass den Vorständen 2023 dennoch Prämien von rund 13,6 Millionen Euro zustehen sollen, ist für die Linke ein weiteres Beispiel von sozialer Schieflage.

Die Forderung der Linken wirft ein weiteres Mal ein Schlaglicht auf die ungleiche Verteilung von Unternehmensgewinnen. Laut aktuellen Zahlen rutschte Volkswagen im Jahr 2023 massiv bei seinen Gewinnen ab – die Vorstände aber kassieren laut Recherchen weiterhin Millionen-Boni. Die Debatte passt in ein größeres Bild gesellschaftlicher Diskussionen in Deutschland: Gerade vor dem Hintergrund anhaltender Wirtschaftskrise und angekündigten Arbeitsplatzverlusten nimmt die Kritik an der Bevorzugung von Topmanagern Fahrt auf. Laut einer Analyse des 'Handelsblatts' sollen bis 2030 ganze 50.000 Stellen gestrichen werden. Die Gewerkschaften, etwa die IG Metall, positionieren sich ähnlich wie die Linke und fordern mehr Verantwortung und Fairness im Umgang mit Beschäftigten. Dazu kommt eine wachsende Unzufriedenheit in der Belegschaft, die sich zum Teil bereits in Protestaktionen äußert. Laut einem aktuellen Artikel der 'Süddeutschen Zeitung' überlegen viele Mitarbeitende, ob Protest- und Streikmaßnahmen nötig werden. Zusätzliche Stimmen aus dem Netz mahnen, der Umgang mit Vorstandsboni könnte den sozialen Frieden weiter gefährden, wenn sich an solchen Beispielen Ungleichheit festmacht. Besonders in Zeiten wirtschaftlicher Anspannung werden Luxuszahlungen an der Spitze kritischer denn je beäugt.

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