Sandra Hüllers Bedenken spiegeln eine Debatte wider, die derzeit viele Filmfestivals beschäftigt: Wie viel politische Einflussnahme verträgt die Kunst und wo beginnt die Einschränkung der Freiheit? Ihre Kritik ist auch vor dem Hintergrund aktueller Proteste gegen die Berlinale relevant, bei denen zahlreiche Künstler eine klarere Haltung gegenüber dem Israel-Gaza-Konflikt fordern. Zusätzlich ist zu beobachten, dass nicht nur die Berlinale, sondern internationale Festivals zunehmend zur Projektionsfläche gesellschaftspolitischer Spannungen werden, wobei die Balance zwischen künstlerischer Entfaltung und gesellschaftlicher Verantwortung immer schwieriger zu halten scheint. Ergänzend: Laut aktuellen Recherchen werden in Deutschland weiterhin Debatten über die Rolle und Verantwortung von Kunstinstitutionen geführt. Die Berlinale etwa verteidigte öffentlich ihre Neutralität und den offenen Diskurs, was ein Statement aus ihrem Organisationskreis am Dienstag unterstrich. Der Bundestag diskutiert parallel über den Eingriff politischer Akteure in kulturelle Events. Viele Stimmen aus der Kulturszene sehen den Wert darin, heikle Themen nicht auszusparen, fürchten jedoch einen drohenden Verlust der Gestaltungsfreiheit unter politischem Druck. Auch ein Blick auf internationale Festivals zeigt: Zensurvorwürfe und Boykottaufrufe nehmen ebenso in Cannes oder Venedig zu, getrieben von sich verschärfenden gesellschaftlichen Gegensätzen.