Globale Unternehmensinsolvenzen steigen kräftig: Coface korrigiert Prognose deutlich nach oben

Mainz – Der Wind in der Weltwirtschaft wird rauer: Trotz der anhaltenden geopolitischen Risiken, etwa durch den Nahostkonflikt, zeigen Unternehmensdaten schon jetzt eine alarmierende Tendenz. So meldet der Kreditversicherer Coface einen massiven Anstieg von Insolvenzen: Für das Gesamtjahr 2026 wird weltweit mit einem Plus von 6 Prozent gerechnet – weit mehr als zu Beginn des Jahres geschätzt. Besonders Deutschland bleibt dabei nicht verschont.

heute 15:00 Uhr | 3 mal gelesen

Eigentlich müssten wir es längst gewohnt sein: Die Weltwirtschaft schlingert von einer Unsicherheit in die nächste. Doch der jüngste globale Anstieg der Firmeninsolvenzen – laut Coface sind es zu Jahresbeginn 12 Prozent mehr Pleiten als noch 2025, darunter Spitzenwerte in Nordamerika – rüttelt doch wach. Was steckt dahinter? Der Mix aus steigenden Kosten an allen Fronten, dauerhaft hoher Zinsen, geopolitischen Schocks und wachsenden Problemen bei der Finanzierung setzt die Firmen immer weiter unter Druck. Besonders risikoreich sind zurzeit klassische Konjunkturbranchen wie Bau, Chemie und Textil – gewissermaßen die Temperaturfühler unserer globalen Wirtschaft.

Die Korrektur der Jahresprognose ist deutlich: Statt der noch zu Jahresbeginn angenommenen 2,8 Prozent rechnet Coface 2026 nun mit weltweit 6 Prozent mehr Insolvenzen. Deutschland dürfte mit etwa 5 Prozent mittendrin liegen. Und wie kommen diese Zahlen zustande? Nun, schwaches Wachstum, strengere Kreditbedingungen, teure Energie und politische Unsicherheiten in vielen Ländern lassen die Risiken anwachsen. Besonders die USA, Frankreich und Japan sind mit Zuwächsen um die 7–8 Prozent auf der Problemseite. Die Niederlande, traditionell robust, könnten nachziehen; Spanien, Italien und das Vereinigte Königreich sind mit 2–3 Prozent etwas weniger betroffen, aber auch hier zeigt sich die Anspannung.

Finanzierung bleibt der große Engpass. Selbst wenn sich die Leitzinsen weltweit minimal nach unten bewegen, ist das Zinsniveau nach den enormen Erhöhungen der vergangenen Jahre noch immer schmerzhaft hoch. Unternehmen, viele ohnehin bis zur Belastungsgrenze verschuldet, geraten weiter ins Straucheln, wenn neue Zinsschritte folgen. Auch die verschärften Kreditauflagen engen den finanziellen Spielraum weiter ein – notfalls wird auf Wachstum verzichtet oder Investitionen werden vertagt.

Besonders heikel ist das Abhängigkeitsverhältnis in zyklischen Sektoren: Im Bau, in der Chemie oder der Textilbranche reichen schon leichte Nachfrageschwankungen oder Kostenschübe, um Unternehmen in Schieflage zu bringen. Kleine und mittlere Unternehmen, so betont Coface, bleiben besonders verletzlich – oft weniger breit aufgestellt und deutlich näher an der Liquiditätsgrenze. Wer’s rechtzeitig erkennt, kann vielleicht noch gegensteuern. Die große Masse steuert allerdings weiter durch unsichere Gewässer.

Pressekontakt: Coface, Standort Deutschland, Sebastian Knierim (Pressesprecher), Tel. 06131/323-335, E-Mail: sebastian.knierim@coface.com www.coface.de

Viele Unternehmen weltweit spüren massiven Gegenwind: Die globalen Insolvenzzahlen steigen laut Coface bereits deutlich – besonders betroffen sind Länder wie die USA, Frankreich und Japan, aber auch Deutschland ist nicht außen vor. Hohe Zinsen, teure Energie und eine gedämpfte Konjunktur verschlechtern die Finanzierungsbedingungen – gerade kleine und mittlere Betriebe stehen vor großen Herausforderungen. Interessanterweise vermelden auch andere Kreditversicherer wie Euler Hermes einen ähnlichen Trend, und Beobachter erwarten für das zweite Quartal 2026 keine merkliche Besserung. Neuere Quellen berichten zudem, dass viele deutsche Mittelständler bereits jetzt erste Insolvenzverfahren prüfen, während in Frankreich und Italien verstärkt staatliche Hilfspakete diskutiert werden. Großbritannien wiederum plant, die Anforderungen für Restrukturierungen zu lockern, wie aktuelle Artikel aus Branchenmagazinen bestätigen.

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