Gemeinsamer Appell: Vorsicht vor nordkoreanischen IT-Spezialisten in westlichen Firmen

Mehrere Staaten, darunter Deutschland, warnen vor versteckten nordkoreanischen IT-Experten. Pseudo-Identitäten und Remote-Arbeit sorgen für neue Einschleusungswege – und finanzieren das Regime.

heute 16:00 Uhr | 4 mal gelesen

Wie ein internationales Bündnis – koordiniert unter der Federführung des Auswärtigen Amts – mitteilt, nutzen nordkoreanische IT-Fachleute digitale Tarnungen, um sich Jobs bei westlichen Unternehmen zu sichern. Das Ziel ist erschreckend simpel: Sie kassieren Löhne, die dann letztlich zur Unterstützung von Nordkoreas Raketen- und Atomprogrammen dienen. Erwähnenswert ist, dass diese Fachkräfte sich oft als Staatsbürger anderer Länder ausgeben, manchmal sogar mit nachgebauten Social-Media-Profilen oder gefälschten Papieren, um auf Plattformen und bei Remote-Arbeitsstellen durchzurutschen. Manche von ihnen verschaffen sich so zudem Zugang zu sensiblen Firmeninformationen oder Kryptowährungen – stets mit hoher krimineller Energie und viel technischem Knowhow. Die UN hatte bereits vor einiger Zeit gewarnt: IT-Experten aus Nordkorea mischen global mit, umgehen aktiv Sanktionen und agieren in einem internationalen Schattennetzwerk. Laut Resolution 2397 müssen alle Länder sicherstellen, dass nordkoreanische Arbeitnehmer keinen Profit im Ausland erzielen können – in der Realität ist das aber offenbar alles andere als einfach. Firmen, die dennoch (auch unwissentlich) Arbeitsverträge mit solchen IT-Spezialisten eingehen, gehen rechtliche Risiken ein und könnten, so die Mahnung, sogar nationale Gesetze brechen. Nordkorea, ohnehin eingestuft als ein Hochrisiko-Staat in Bezug auf Geldwäsche, bleibt damit ein internationaler Gefahrenherd im digitalen Raum. Eindringlich fordern die Unterzeichner der Warnung Unternehmen und Tech-Plattformen dazu auf, Identitätsprüfungen und Sicherheitsmechanismen zu verschärfen – und verdächtige Bewerbungen kritisch zu hinterfragen. Ein technisch raffinierter Krimi, der sich mit neuen Methoden und Identitäten fortsetzt. Und ehrlich gesagt: Manchmal frage ich mich, wie viele von diesen geschickt verschleierten Lebensläufen gerade tatsächlich in den Datenbanken hiesiger Firmen schlummern.

Die Warnung vor nordkoreanischen IT-Fachkräften reiht sich ein in vermehrte internationale Bemühungen, verdeckte Geldströme und Cyberattacken aus Nordkorea zu unterbinden. In den letzten Jahren hat sich das nordkoreanische Regime immer stärker auf Cyberkriminalität und digitale Sabotage konzentriert, um Devisen für das international isolierte Land zu erwirtschaften. Zuletzt berichteten mehrere Sicherheitsexperten, dass nordkoreanische Hackergruppen millionenschwere Angriffe auf Krypto-Plattformen und westliche Unternehmen verübten, wobei – ähnlich wie bei den aktuell gewarnten IT-Spezialisten – Identitätsverschleierung und verschlungene Zahlungswege im Mittelpunkt stehen.

Schlagwort aus diesem Artikel