Präsident Tinubu: Fortschritte trotz anhaltender Gewalt in Nigeria

Nigerias Präsident Bola Tinubu behauptet, das Militär habe im letzten Jahr über 13.000 mutmaßliche Terroristen ausgeschaltet. Laut Tinubu ist die Zahl der Todesopfer im Kampf gegen bewaffnete Aufständische seit seinem Amtsantritt 2023 um stattliche 81 Prozent gesunken – das verkündete er in einer im ganzen Land ausgestrahlten Rede.

heute 13:59 Uhr | 2 mal gelesen

Seit 2023 sollen sich – wenn man den Regierungszahlen vertraut – rund 124.000 Kämpfer samt Angehörigen ergeben haben. Das erwähnte Programm der Regierung zielt ausdrücklich darauf ab, ehemalige Kämpfer, die freiwillig aufgeben, wieder ins zivile Leben einzugliedern. Trotz dieser optimistischen Töne bleibt Nigeria nach wie vor von einer ausgeprägten Sicherheitskrise geplagt. Täter mit Verbindung zu IS oder al-Qaida sowie Banden, die sich auf Entführungen spezialisiert haben, sorgen insbesondere außerhalb der Städte immer wieder für Schlagzeilen. Als besonders gefährdet gelten nach wie vor sogenannte weiche Ziele: kleine Schulen, Kirchen, improvisierte Moscheen – Orte, an denen sich Menschen eben nicht hinter Zäunen und Kameras verstecken können. Die Realität ist hartnäckig: Seit Jahresbeginn wurden erneut viele Menschen verschleppt – dieses Mal sogar Kinder im Vorschulalter und Lehrkräfte. Ein Hoffnungsschimmer? Am Montag berichtete das Militär, es habe 360 Geiseln befreit, die von Boko Haram, einer islamistischen Terrorgruppe mit IS-Kontakten, festgehalten wurden. Aber – das kann morgen schon wieder anders sein.

Präsident Tinubu betont die Erfolge seiner Regierung im Kampf gegen Terrorgruppen und Kriminalität, verweist auf einen Rückgang der Gewalt und hohe Zahlen an neutralisierten oder kapitulierten Kämpfern. Gleichwohl zeigen jüngste Vorfälle – darunter Massenentführungen und gezielte Angriffe auf Schulen oder religiöse Stätten – wie tief die Sicherheitskrise weiterhin im Land verwurzelt ist. Ein Großteil der Bevölkerung lebt dadurch in dauerhafter Unsicherheit, und internationale Menschenrechtsorganisationen warnen vor einer Verschärfung, sofern nicht neben militärischen auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Maßnahmen ergriffen werden. Aktuelle Berichte der Deutschen Welle und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bestätigen, dass die Lage in weiten Teilen des Landes äußerst angespannt bleibt, während humanitäre Helfer zusätzlich durch willkürliche Gewalt gefährdet sind.

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