Nach CSD-Angriff: Queerbeauftragte fordert Aufnahme der sexuellen Identität ins Grundgesetz

Nach einem Angriff bei einer CSD-Veranstaltung macht sich Sophie Koch, die Bundes-Queerbeauftragte, stark für einen grundsätzlichen Schutz queerer Menschen – und möchte das Diskriminierungsverbot erweitern.

28.07.26 11:05 Uhr | 15 mal gelesen

Sophie Koch, SPD und Queerbeauftragte der Bundesregierung, brachte es im Gespräch mit der 'Rheinischen Post' ziemlich klar auf den Punkt: "Wir brauchen endlich echte Schutzräume für queere Menschen in Deutschland." – Ihre Worte klingen fast ein bisschen nach Notruf. Es reicht ihr jedoch nicht, nur an sicheren Orten zu basteln; sie will mehr. Ihr Vorschlag: Artikel 3 des Grundgesetzes anpassen, damit die sexuelle Identität explizit als schützenswert aufgeführt wird. Klar – das stoppt keine Täter auf der Straße, räumt sie selbst ein. Aber es sendet ein Signal: Wer auch immer in Zukunft regiert, kann Grundrechte von queeren Menschen nicht mehr einfach so ankratzen. Interessant – und irgendwie traurig: Koch empört sich auch darüber, dass die Finanzierung für den Jugendverband Lambda durch den Bund offenbar gestrichen werden soll. Für sie ist das "ein fatales Signal" – und ein weiterer Beleg dafür, dass queere Strukturen dringend stärkeren Rückhalt brauchen.

Sophie Kochs Forderung nach einer Verankerung der sexuellen Identität im Grundgesetz ist Teil einer größeren Debatte, die nach mehreren Übergriffen auf queere Veranstaltungen, wie etwa den CSD-Anschlag, zuletzt wieder aufgeflammt ist. Dass queere Menschen in Deutschland immer noch Diskriminierung und sogar Gewalt erleben, belegen aktuelle Zahlen des BKA; 2023 verzeichnete man einen deutlichen Anstieg queerfeindlicher Delikte. Während Koch mit ihrer Initiative auch langfristige Gefahren im Blick hat – zum Beispiel durch mögliche politische Rechtsverschiebungen – stößt sie mit ihrer Forderung auf Widerstand: Konservative Kreise befürchten eine "Überbetonung" von Minderheitenrechten, andere Aktivist:innen dagegen halten eine Grundgesetzänderung für längst überfällig. Bei der Streichung der Fördermittel für Lambda ist Kritik laut geworden, und es wird diskutiert, ob Jugendverbände mit queeren Schwerpunkten in der Öffentlichkeit genügend gewürdigt – und geschützt – werden.

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