Frischer Wind: Neuer Kopf leitet Ministerialabteilung bei Reiche

Katherina Reiche (CDU) setzt im Wirtschaftsministerium auf einen neuen Leitungschef: Jan Dietrich Müller übernimmt die Schlüsselposition – eine überraschende Personalentscheidung.

heute 11:54 Uhr | 4 mal gelesen

Ganz ehrlich, dieser Wechsel kam mehr oder weniger aus dem Nichts. Man hat ja eigentlich damit gerechnet, dass Reiches Vertrauter Erik Voigt endlich das Ruder übernimmt, immerhin galt er intern fast schon als gesetzt. Stattdessen wird es nun Jan Dietrich Müller – ein Philosoph, der längere Zeit Kommunikationschef bei Swiss Re war und zuletzt offenbar einfach mal eine Pause brauchte. Manche munkeln, frischer Blick von außen kann ja nie schaden, gerade in diesen wilden Zeiten. Seine Vorgängerin, Yvonne Schreiber, hatte ja nach ihrem Turboaufstieg und dem geglückten Ministeriumswechsel für Reiche schnell die Segel streichen müssen. Warum? So ganz klar ist das nicht, aus dem Ministerium drang wenig nach außen. Politiker-Karussell eben – oder wie man so schön sagt: neue Zeiten, neue Gesichter. Man darf gespannt sein, ob Müller es langfristig in dem Amt hält und wie sehr sein philosophischer Hintergrund in den politischen Alltag einfließt. Ich frage mich ja, ob ein Quereinsteiger aus der Rückversicherungsbranche mit Sinn fürs große Ganze dem mitunter hektischen Berliner Betrieb gewachsen ist – aber warum eigentlich nicht?

Mit Jan Dietrich Müller übernimmt ein erfahrener Kommunikator und promovierter Philosoph als Leitungskraft im Bundeswirtschaftsministerium unter Katherina Reiche eine zentrale Rolle. Der überraschende Wechsel folgt auf ein – gelinde gesagt – binnenpolitisch turbulentes Jahr: Nach einer kurzen Führung von Yvonne Schreiber, die dem Haus beim Übergang half, und der eigentlich erwarteten Beförderung von Erik Voigt, setzt Reiche nun mit Müller bewusst auf einen externen, bislang fachfremden Kandidaten. Beobachter sehen in dieser Entscheidung einen Versuch, mit neuem Denken alte Strukturen aufzubrechen – gerade im Kontext der Herausforderungen rund um Energie, Transformation und die Kommunikation komplexer wirtschaftlicher Themen. In Medien und politischen Kreisen wird spekuliert, wie stark Müller Impulse geben kann, die vielleicht auch über die reine Verwaltung hinwegreichen. Punkt ist, dass solche fachübergreifenden Ernennungen derzeit im Trend liegen und den Wandel in der deutschen Verwaltung widerspiegeln.

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