Die Umbildung des Kabinetts und die daraus resultierenden neuen Minister sind direkte Folge des Rücktritts von Jens Spahn als Fraktionsvorsitzender. Bundespräsident Steinmeier händigte die erforderlichen Papiere aus, wies aber mit leichtem Seitenblick darauf hin, dass die eigentliche Vereidigung aufgeschoben ist, bis der Bundestag nach der Sommerpause wieder tagt. Besonders auffällig: Die Entscheidung kommt in einer Phase, in der die CDU tiefgreifende Struktur- und Richtungskämpfe austrägt – genau deshalb dürfte der Zugriff von Friedrich Merz als Signal an Partei und Öffentlichkeit gewertet werden, dass ein personeller und vielleicht auch programmatischer Neuanfang gewünscht ist. Bemerkenswert ist, dass gerade nach kontroversen Gesundheits- und Verkehrsdiskussionen in den letzten Monaten 'frische' Gesichter in den Ministerien platziert werden, während das Kanzleramt, das meist hinter den Kulissen agiert, eine altgediente CDUlerin übernimmt. Ergänzende Entwicklungen der letzten beiden Tage zeigen übrigens: In Berlin beobachtet man besonders, wie Merz seine Leute postiert und die CDU in Richtung Profilstärkung treibt – und nicht wenige fragen sich, ob damit das parteiinterne Knistern bald in offenes Feuer umschlagen könnte. RECHERCHE-ERGÄNZUNG: Laut Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung markiert die Rochade für viele in der Partei einen wichtigen Neuanfang nach innerparteilichen Streitigkeiten. Ein Artikel der Quelle: Zeit Online berichtet von erhöhter Anspannung im Regierungsviertel und spekuliert, wie sich die neuen Personen auf zentrale Zukunftsprojekte, etwa im Gesundheitswesen, auswirken dürften. Nach Quelle: Der Spiegel wird das Vorgehen von Merz als Machtbeweis angesehen, auch weil die SPD kritisch auf das neue Personalgefüge blickt. Insgesamt ist klar: Der offene Streit um parteiinterne Machtfragen schwelt weiter unter der Oberfläche.