Linke fordert: 470 Euro pro Kopf als Energie-Polster – Wie das finanzierbar sein soll

Mitten im Streit um explodierende Energiekosten will die Linksfraktion nicht kleckern, sondern klotzen: Über ein Klimageld und Krisenzuschuss sollen Bürger:innen spürbar entlastet werden. Die Debatte dreht sich nun vor allem um Fragen der Finanzierung – und darum, wem solche Hilfen am stärksten zugutekämen.

heute 00:02 Uhr | 2 mal gelesen

Auf den ersten Blick klingt es nicht nach Revolution, eher nach akutem Rettungsdienst: Angesichts immer teurerer Energie – der Tank-Füllstand ist im Geldbeutel spürbar! – fordert die Linke im Bundestag direkte Hilfen. Die Idee: Über ein zusätzliches Energiekissen im Wert von insgesamt 470 Euro pro Kopf soll die Belastung gemildert werden.

Konzept gegen Preisexplosion

Im Zentrum steht das Konzept eines jährlichen Klimagelds in Höhe von etwa 320 Euro, flankiert von einem einmaligen Energiekrisengeld, für das die Partei 150 Euro pro Nase ansetzt. Laut eigenen Angaben der Fraktion könnte das rasch per Steuererklärung abgewickelt werden – zumindest bei jenen, die darauf angewiesen sind. Interessant dabei: Diese Entlastung soll bei Menschen mit niedrigem oder gar keinem steuerpflichtigen Einkommen besonders stark wirken.

Geld für viele, zahlen sollen die 'Krisengewinner'

Doch wie lässt sich das alles beleihen – und wer packt das große Portemonnaie aus? Die Linke setzt auf eine sogenannte Übergewinnsteuer mit satten 50 Prozent – der Gedanke dahinter ist so alt wie die soziale Gerechtigkeit: Wer in Krisenzeiten besonders absahnt, etwa als Öl- oder Energiekonzern, soll ordentlich abgeben müssen. Ein Verteilungskampf alter Schule, der sich in der aktuellen politischen Gemengelage erneut zuspitzt.

Ölmultis im Fadenkreuz, politische Konfrontation inklusive

Nach Ansicht der Partei profitieren gerade große Ölkonzerne skrupellos von der aktuellen Energiekrise – ein Vorwurf, der wohl nicht zufällig fällt. Heidi Reichinnek, Fraktionsvorsitzende, äußerte scharfe Kritik an CDU-Chef Merz und warf der allgemeinen Diskussion vor, an der Realität vieler Haushalte vorbeizureden. Dass die Linke mit ihrem Vorschlag auch politische Pflöcke einschlagen will, ist somit kaum zu übersehen.

Entlastung, aber wie schnell und für wen?

Der Reiz der linken Lösung liegt in der Unmittelbarkeit: Schnell, klar, direkt. Auf diese Weise will man den sozialen Nerv treffen und gleichzeitig zeigen, dass Entlastung mehr sein kann als bloßer Tropfen auf den heißen Stein. Das Modell – Auszahlung über die Steuererklärung, gezielte Kompensation für die, die das Geld am dringendsten brauchen – hebt sich ab von allgemeiner Gießkannenpolitik.

Wer soll das bezahlen und was, wenn nicht?

Die Frage nach der Finanzierung entzweit wie gewohnt die Lager: Für die Linke ist es eindeutig – Übergewinne müssen abgeschöpft werden, Punkt. Stimmen aus Wirtschaft und Politik sehen das naturgemäß skeptischer, vor allem mit Blick auf rechtliche Hürden und mögliche Standortnachteile. Bleibt die Frage, ob sich das Ringen am Ende nur um Summen dreht, oder ob nicht doch ein grundlegender Richtungsstreit um die Zukunft der Entlastungspolitik entbrennt.

Die Linksfraktion im Bundestag fordert zur Entlastung der Bürger:innen von hohen Energiepreisen zwei neue Direktzahlungen: ein jährliches Klimageld von 320 Euro und ein zusätzliches Energiekrisengeld von 150 Euro – zusammen summieren sich die Hilfen auf 470 Euro pro Kopf. Besonders Geringverdienende und Menschen ohne steuerpflichtiges Einkommen sollen davon profitieren, da die Auszahlung über die Steuererklärung abgewickelt werden soll. Zur Finanzierung schlägt die Partei eine Übergewinnsteuer von 50 % für Energiekonzerne vor und begründet dies mit den hohen Profiten dieser Unternehmen während der Krise; die Forderung kommt in einer Zeit, in der Verbrauchende vom Preisanstieg weiterhin belastet werden und politische Debatten über soziale Gerechtigkeit und Marktregulierung aufflammen.

Ergänzend zur aktuellen Berichterstattung: Laut der Süddeutschen Zeitung ist eine Übergewinnsteuer auf EU-Ebene umstritten, da große Mitgliedsländer unterschiedliche Konzepte verfolgen und Energiekonzerne mit Verlagerung von Gewinnen drohen. Die FAZ berichtet, dass soziale Organisationen die ungleiche Belastung von Haushalten betonen und eine gezieltere Ausgestaltung zukünftiger Hilfen fordern, insbesondere für untere Einkommen und Familien. Bei DW.com kritisieren Experten, dass viele Hilfsprogramme zu bürokratisch seien und nicht ausreichend bei den Bedürftigen ankommen, während steigende Energiepreise soziale Spannungen verschärfen (Quellen siehe Erweiterung).

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