SPD kontert CDU-Vorstoß bei Pflegefinanzierung entschieden

SPD-Gesundheitsexperte Christos Pantazis hat die Vorschläge der Union, finanziell stärkere Angehörige stärker für Pflegekosten in die Pflicht zu nehmen, scharf kritisiert. Für ihn sei Pflege keine Frage privater Familienverantwortung, sondern ein gesamtgesellschaftliches Thema – das machte er gegenüber der ‚Rheinischen Post‘ deutlich.

heute 11:53 Uhr | 2 mal gelesen

Pantazis wirkte im Gespräch fast schon ein wenig ungehalten, als er sagte: „Wer das Thema Pflege immer nur auf Erbschaftsfragen, Vermögenszugriffe und die Belastung von Familienangehörigen zuschneidet, springt zu kurz.“ Er sieht darin eine Verlagerung der strukturellen Probleme auf den Einzelnen – und davor will er schützen. Wer jahrzehntelang für das Alter vorsorge, müsse doch nicht im Ernstfall Angst haben, dass das Ersparte plötzlich aufgezehrt werde – nur weil das Sozialsystem unsicher ist. „Eine echte Reform muss solidarisch angelegt sein und soziale Sicherheit garantieren, statt die Sorge vor sozialem Absturz zu verstärken“, so Pantazis. Hintergrund der Debatte: CDU-Politiker Albert Stegemann hatte jüngst gefordert, erwachsene Kinder verstärkt an den Pflegekosten ihrer Eltern zu beteiligen – und sogar das eigene Wohneigentum in die Berechnungen einzubeziehen. Das hat Brand ausgelöst, nicht nur bei der SPD.

Die SPD stemmt sich weiter klar gegen Überlegungen aus der Union, besserverdienende Angehörige stärker in die Kosten der Pflege einzubinden oder auf Immobilien zurückzugreifen. Pantazis betont, dass Pflege ein Risiko für alle sei, kein individuelles Problem. Laut aktuellen Medienberichten fehlt bislang auch ein umfassender Reformplan, der das System nachhaltiger und gerechter machen würde, weswegen die politische Debatte stockt. Neue Zahlen zeigen, dass die Ausgaben für Pflege weiter steigen, während gleichzeitig Angehörige und Pflegekräfte oft an ihre Grenzen stoßen. Ebenso wird in der Fachdiskussion betont, dass eine solidarische Finanzierung unumgänglich sei, um langfristig das Vertrauen in die Pflegeversicherung zu erhalten.

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