"Im Moment schätzen wir, dass die Inflation auf etwa 2,5 Prozent ansteigt, falls sich die Energiemärkte in naher Zukunft beruhigen", so Timo Wollmershäuser vom Ifo-Institut. Dadurch würde das Wirtschaftswachstum 2024 nur noch bei ungefähr 0,8 Prozent landen. Sollte sich die Situation jedoch zuspitzen und die Energiepreise länger hoch bleiben, könnte die Teuerung sogar 3 Prozent erreichen – mit noch stärkeren Dämpfern für die deutsche Wirtschaft.
Mahnende Töne kamen auch von Sebastian Dullien (IMK). Vor dem Ausbruch des Konflikts hatte man eigentlich die Prognose für das Jahr 2026 etwas anheben wollen. Diese Hoffnung sei nun vorerst verflogen. Auch er betonte, dass eine schnelle Beruhigung der Rohstoffpreise die Schäden begrenzen könnte. Sollte aber die Versorgung mit Erdöl und Flüssiggas länger gestört bleiben, droht eine empfindliche Stagnation der Erholung.
Samina Sultan vom IW Köln sprach von einem möglichen BIP-Verlust von bis zu 1 Prozent bis zum Jahr 2027, sollte der Ölpreis zwei Jahre lang hoch bleiben. Torsten Schmid (RWI) zeigte sich dagegen etwas zuversichtlicher: Fällt der Energiepreisschock moderat aus, könnten die negativen Effekte auf das Wirtschaftswachstum begrenzt bleiben. Trotzdem kann niemand derzeit garantieren, dass der aktuelle Druck auf die deutsche Wirtschaft nur ein kurzer Spuk ist.
Die wichtigsten deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognosen für das Wachstum der deutschen Wirtschaft nach unten korrigiert – als Konsequenz der geopolitischen Spannungen im Iran und den damit verbundenen Preissprüngen auf den Energiemärkten. Die Auswirkungen könnten das BIP um bis zu 1 Prozentpunkt jährlich reduzieren, je nach Dauer und Intensität der Krise. Während ein schneller Rückgang der Ölpreise die Schäden begrenzen würde, drohen bei längerer Unsicherheit Preissteigerungen, Inflationsdruck und eine verlangsamte wirtschaftliche Erholung. Weitere Recherchen zeigen, dass die Institute unterschiedlich pessimistisch sind, aber grundsätzlich von einer erhöhten Unsicherheit und konjunkturellen Dämpfung ausgehen.
Neue Entwicklungen laut aktuellen Berichten (Stand: heute): So berichten etwa die "FAZ" und die "Süddeutsche Zeitung", dass Unsicherheit auf den Energiemärkten durch die iranische Krise weiterhin ein zentrales Konjunkturrisiko bleibt. Laut "Spiegel Online" haben sich die Ölpreise nach einem kurzen Höhenflug zwar etwas beruhigt, dennoch herrscht keine Sicherheit auf mittlere Sicht. Die Debatte um industriepolitische Gegenmaßnahmen nimmt Fahrt auf – insbesondere wird diskutiert, wie sich die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduzieren lässt und welche kurzfristigen Stützungsmaßnahmen der Staat ergreifen sollte.