Im Jahr 2025 haben erstmals über 656.000 junge Südafrikanerinnen und Südafrikaner das sogenannte National Senior Certificate (NSC) erfolgreich bestanden – ein Meilenstein, der dem Abitur in Deutschland entspricht. Noch nie erreichten so viele diesen Abschluss, meldet das südafrikanische Bildungsministerium. Die Bestehensquote ist in den vergangenen 17 Jahren von mageren 60 auf stolze 88 Prozent geklettert.
Diese Entwicklung hat einen langen, oft steinigen Weg hinter sich: Nach dem Ende der Apartheid und den ersten freien Wahlen 1994 begann in Südafrika die schwierige Neuordnung des Schulsystems. Bildungsreformen wurden angestoßen, beispielsweise Initiativen zur Förderung von Vorschulkindern, bessere Transportmöglichkeiten insbesondere für Kinder vom Land und das vor allem für arme Familien wichtige kostenlose Mittagessen in Schulen. Ein gewaltiger Schritt war auch die Einführung der gebührenfreien Schulen 2007.
Trotz aller Fortschritte bleibt im südafrikanischen Bildungssystem noch viel zu tun: Nach wie vor gibt es erhebliche Unterschiede zwischen Stadt und Land, zwischen arm und reich, und die Spuren der Rassentrennung sind weiterhin spürbar. Dennoch steht die steigende NSC-Quote exemplarisch für wachsende Teilhabe und vielleicht auch für ein Plus an Bildungsqualität. Nicht alles ist gelöst – doch Hoffnung ist sicht- und zählbar geworden.
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Boris Breyer
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Originalmeldung: SOS-Kinderdörfer weltweit e.V. via news aktuell
Immer mehr Jugendliche in Südafrika schaffen das National Senior Certificate (NSC), den wichtigsten Schulabschluss des Landes. Programme wie kostenlose Schulspeisungen, Transporthilfen in ländlichen Regionen und insbesondere gebührenfreie Schulen seit 2007 haben dazu geführt, dass der Anteil der erfolgreichen Absolvent*innen in 17 Jahren von 60 auf 88 Prozent gestiegen ist. Trotz Erfolgen bleiben Herausforderungen wie soziale Ungleichheit und Nachwirkungen der Apartheid, doch Experten wie Bildungsforscherin Vanessa Sibanda sind optimistisch: 'Fortschritte zeigen sich nicht nur in besserer Statistik, sondern auch in wachsendem gesellschaftlichen Zusammenhalt.' Jüngste Zahlen des Bildungsministeriums bestätigen diesen Trend, laut lokalen Medienberichten gab es zuletzt landesweit sogar regionale Initiativen für mehr Lehrpersonal und digitale Lernmöglichkeiten. Auch internationale Organisationen wie UNICEF loben die südafrikanischen Bemühungen, mahnen aber an, den Fokus weiterhin auf benachteiligte Gruppen zu richten. Das Thema Bildungsgerechtigkeit bleibt daher aktuell – und ist trotz Verbesserungen keineswegs abgehakt.