Unten im Tableau ging’s mindestens so dramatisch zu: Noch vier Vereine mussten ernsthaft zittern, runter zu müssen – vor allem Fürth, Bielefeld, Düsseldorf und Braunschweig. Und auch Dresden und Magdeburg standen angespannt wie Kaninchen vor der Schlange, denn sie konnten ja noch auf den Relegationsplatz rutschen. Fortuna Düsseldorf trifft es nach einem trostlosen 0:3 in Fürth am härtesten: Nach einer Saison voller leiser Hoffnungen heißt es Abstieg in Liga drei. Fürth kann mit Ach und Krach (und einem um ein Tor besseren Torverhältnis) den Relegationsplatz ergattern. Die Duelle da unten zeigen immer wieder, wie brutal eng es im Fußball zugehen kann.
Die eigentlichen Helden sind aber vielleicht Dresden und Magdeburg. Beide drehten nach missratenen Hinrunden ordentlich auf – Dresden holte nach einer katastrophalen ersten Saisonhälfte sogar noch genug Punkte, um auf Platz 11 zu landen (2:1-Sieg gegen Holstein Kiel als Kirsche auf der Torte). Magdeburg, nach langer Schwächephase quasi abgeschrieben, sicherte sich mit couragierten Auftritten zum Saisonende das rettende Ufer (Platz 14 trotz Niederlage am Schlusstag). Geholfen hat dabei übrigens auch, dass Braunschweig in Schalke verloren hat – manchmal entscheidet das Fußballschicksal eben auf die haarigste Weise.
Bielefeld blies Hertha BSC regelrecht vom Platz (6:1!) und bleibt deshalb auch weiter zweitklassig. Am ganz anderen Ende der Saison bedeutungslos blieb das Duell Karlsruhe gegen Bochum (1:2), falls das jemand wissen möchte.
Zusammengefasst die Tabelle von oben nach unten: 1. FC Schalke 04, 2. SV Elversberg, 3. SC Paderborn 07, 4. Hannover 96, 5. SV Darmstadt 98, 6. 1. FC Kaiserslautern, 7. Hertha BSC, 8. 1. FC Nürnberg, 9. VfL Bochum, 10. Karlsruher SC, 11. Dynamo Dresden, 12. Holstein Kiel, 13. Arminia Bielefeld, 14. 1. FC Magdeburg, 15. Eintracht Braunschweig, 16. SpVgg Greuther Fürth (Relegation), 17. Fortuna Düsseldorf, 18. Preußen Münster.
Der letzte Spieltag der 2. Bundesliga brachte zahlreiche emotionale Momente: Elversberg steigt nach einer beeindruckenden Saison zum allerersten Mal in die Bundesliga auf – ein Meilenstein für den kleinen Traditionsklub aus dem Saarland. Sowohl Dynamo Dresden als auch Magdeburg sahen sich zeitweise am Rande des Abstiegs, konnten aber durch Kämpferherz und Timing am Ende die Klasse sichern. Für Düsseldorf ist der Abstieg in die 3. Liga dagegen ein schwerer Schlag; Fürth bekommt zumindest über die Relegation noch eine letzte Chance, während Paderborn um den Aufstieg kämpfen darf.
Aktuell findet die Analyse und Einordnung der Aufsteiger und Absteiger auch in den großen Medien statt: Die Süddeutsche Zeitung schreibt über den historischen Aufstieg von Elversberg, hebt aber auch das Abstiegsdrama um Düsseldorf hervor. Parallel werfen viele Stimmen auf Spiegel und FAZ einen kritischen Blick auf den Absturz von Traditionsvereinen wie Düsseldorf oder die überdurchschnittliche Leistungsdichte in der 2. Bundesliga. Auch die lokalen Medien im Saarland feiern den sensationellen Erfolg der Elversberger intensiv.