Die kürzlich veröffentlichte Unicef-Studie zur Lage der Kinder in Industrieländern lässt Deutschland schlecht aussehen: Mit Platz 25 von 37 Ländern wird einmal mehr die gesellschaftliche Schieflage deutlich, unter der viele Kinder leiden. Inmitten von Wohlstand und Wachstum bleibt Kinderarmut ein beinahe chronisches Problem, das laut Unicef seit Jahren bei über 15 Prozent verharrt. Während die Bundesregierung seit Monaten über Kindergrundsicherung und Sozialstaatsreformen debattiert, verstärkt sich die Kritik an zögernden, halbherzigen Lösungen – ein Punkt, der jüngst auch von zahlreichen NGOs und Sozialverbänden bekräftigt wurde. Aus der aktuellen Berichterstattung der taz und ZEIT, aber auch aus Stimmen aus den Ländern, wird klar: Die Problemlage ist bekannt, konkrete Maßnahmen aber lassen vielerorts weiter auf sich warten. Unicef warnt zudem, dass insbesondere Bildungsungleichheiten und mangelnde Präventionsangebote spürbare Langzeitfolgen für die Gesellschaft bringen könnten. Der politische Streit fokussiert sich neben Sofortprogrammen derzeit auch auf die Frage, wie umfassend der Kampf gegen Kinderarmut ins Grundgesetz und die Gesetzgebung eingebettet werden sollte.