Dirk Wiese, SPD-Politiker, malt ein klares Bild: Die AfD verfolgt, so seine Einschätzung, keine klassische politische Alternative, sondern möchte mit ihrem autoritären Gesellschaftsentwurf Kernbereiche der aktuellen Demokratie umkrempeln. Die bevorstehenden Landtagswahlen, vor allem in den ostdeutschen Bundesländern, könnten dem laut Umfragen Rückenwind geben. Wiese verweist auf internationale Beispiele, bei denen Populisten nach gewonnener Macht systematisch Freiheiten eingeschränkt haben – mit dem Appell, aus diesen Entwicklungen zu lernen und darüber nachzudenken, wie schnell demokratische Errungenschaften verloren gehen können. Aktuelle Recherchen zeigen: Die AfD hat in ostdeutschen Bundesländern bereits Zustimmungswerte erreicht, die eine ernsthafte Regierungsbeteiligung in greifbare Nähe rücken lassen. In Sachsen und Brandenburg wird die Sorge über ihre möglichen Regierungspläne breit diskutiert. Gleichzeitig warnen Verfassungsschützer und zivilgesellschaftliche Organisationen davor, dass ein politischer Durchbruch der AfD institutionelle und gesellschaftliche Grundwerte Deutschlands unter Druck setzen könnte. In Polen, Ungarn und anderen Ländern haben ähnliche Parteien die öffentliche Debatte, Justiz und Medien unter ihre Kontrolle gebracht. Bürgerinnen und Bürger stehen vor der Frage, wie gefestigt die Institutionen und demokratischen Prozesse hierzulande tatsächlich sind.