AfD strebt massive Umstrukturierungen im öffentlichen Dienst von Sachsen-Anhalt an

Sollte die AfD in Sachsen-Anhalt Regierungsverantwortung übernehmen, könnten viele Beschäftigte im Landesdienst vor ungewissen Zeiten stehen – vor allem Führungskräfte sind im Visier.

heute 16:51 Uhr | 3 mal gelesen

Laut Informationen der 'Mitteldeutschen Zeitung' (siehe Freitagsausgabe) gibt es innerhalb der AfD bereits recht konkrete Überlegungen, nach einem möglichen Wahlsieg im September zahlreiche Positionen in der Landesverwaltung mit neuen Leuten zu besetzen. Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der Partei, spricht von etwa 150 bis 200 „relevanten“ Posten, die potenziell neu vergeben werden könnten – und dabei handelt es sich keineswegs nur um Minister oder Staatssekretäre, sondern explizit auch um Leitungsfunktionen auf der mittleren Verwaltungsebene, in die bisher wenig öffentliches Rampenlicht fällt. Hinter diesen Vorhaben steckt offenbar die Sorge, die eigene Regierungslinie könnte ansonsten aus innerbehördlichen Reihen blockiert werden. Siegmund erklärt, dass es durchaus viele fachlich verlässliche Führungskräfte gäbe, gleichzeitig aber auch Bereitschaft bestehe, gegen mögliche Blockaden vorzugehen: „Wenn uns Steine in den Weg gelegt werden, sind Konsequenzen nicht ausgeschlossen.“ – Zitat mit klarer Schärfe. Grundsätzlich, so der Politiker, sei man aber bereit, unabhängig von politischer Ausrichtung mit allen zusammenzuarbeiten. Die Pläne der AfD gehen aber noch weiter. Es gehe nicht nur um Ministerien, sondern ebenso um landeseigene Betriebe: Ein besonders pikantes Detail – die Landesenergieagentur solle nach den Vorstellungen der AfD sogar gänzlich abgeschafft werden.

Die AfD hat ehrgeizige Pläne, nach einer möglichen Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt bis zu 200 Stellen im öffentlichen Dienst auszutauschen, um ihrer politischen Linie mehr Durchschlagskraft zu geben. Dies betrifft nicht nur die oberste Verwaltungsspitze, sondern auch mittlere Führungsebenen, falls diese sich aus Sicht der Partei als 'Bremser' erweisen. Besonders brisant ist die Forderung nach der Abschaffung der Landesenergieagentur, was signalisieren könnte, dass energiepolitische Themen unter einem AfD-geführten Bundesland künftig deutlich andere Schwerpunkte erhalten. Hintergrund dieser Debatte sind die aktuellen Wahlaussichten der AfD in Sachsen-Anhalt, die laut verschiedenen Umfragen ein beachtliches Potenzial aufweist – ein Umstand, der vielerorts für Unruhe sorgt. Kritiker warnen, dass eine solche Umstrukturierung zu einem massiven Vertrauensverlust im Beamtentum führen und die Unabhängigkeit von Verwaltung nachhaltig beschädigen könnte. Übergreifend berichten Quellen aus dem letzten Tageszeitraum Folgendes: - Die aktuelle politische Lage in Sachsen-Anhalt wird gerade von einem scharfen Ton im Vorfeld der Landtagswahl geprägt, wobei insbesondere die Personalpolitik der Parteien für Diskussionen sorgt – auch weil deren Folgen weitreichend wären (Quelle: Zeit Online, faz.net, sueddeutsche.de). - Die AfD sieht sich deutschlandweit erneut im Fokus von Medien und Verfassungsschutz, da in mehreren Bundesländern über mögliche Staatsdiener und Verflechtungen diskutiert wird (Quelle: Spiegel Online, bild.de, taz.de). - Experten heben hervor, dass einschneidende Wechsel in Behördenstrukturen nicht selten zu verlängerten Entscheidungswegen und erheblichem Know-how-Verlust führen können – ein Thema, das angesichts der Ansagen der AfD an Brisanz gewinnt.

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