Eigentlich ist es seltsam: Man könnte meinen, dass eine Regierungschefin wegen Drohnen, die über die Grenze segeln, nicht gleich abtritt. Aber Lettland ist – wie so vieles in Osteuropa – ein Pulverfass zwischen Pragmatismus und Prinzipien. Silina hatte kürzlich Verteidigungsminister Andris Spruds entlassen. Der Grund? Ukrainische Drohnen, die eigentlich Kurs auf Russland hatten, verirrten sich und krachten in Lettland nieder. Ihre Kritik an Spruds Umgang mit dem Vorfall blieb nicht ohne Folgen: Seine Partei zog sich prompt aus der Koalition zurück. Plötzlich stand Silina politisch alleine da, sprich – die Koalition krachte. In Riga sprach Silina von „politischen Opportunisten“ und verteidigte, einen geeigneten Nachfolger für den Verteidigungsposten parat gehabt zu haben. Ihr Rücktritt sei kein Aufgeben, betonte sie noch kurz. Präsident Rinkevics will nun eilig eine neue Regierung bilden. Und ironischerweise? Die Neuwahlen wären sowieso erst im Herbst – aber in Lettland, so scheint es, tanzt die Demokratie manchmal auf dem Drahtseil.
Evika Silinas Rücktritt als lettische Premierministerin folgte einer politischen Kettenreaktion auf mehrere Abstürze ukrainischer Drohnen in Ostlettland, die eigentlich auf russisches Gebiet einschlagen sollten. Nach der Entlassung des Verteidigungsministers und der anschließenden Aufkündigung der Koalition durch seine Partei verlor Silina ihre parlamentarische Mehrheit und sah sich zum Rücktritt gezwungen. Weitere Recherchen zeigen, dass die Situation auch auf internationaler Ebene Aufmerksamkeit erregt hat, da Lettland als NATO-Mitglied ein Grenzstaat zu Russland ist und Drohnen-Vorfälle in der Region immer eine gewisse Brisanz mitbringen. Besonders diskutiert wird das fragile Gleichgewicht zwischen sicherheitspolitischer Wachsamkeit und politischem Überleben in diesen unsicheren Zeiten. Die Dynamik verdeutlicht die Zerbrechlichkeit politischer Allianzen in Osteuropa und die Bedeutung schneller Regierungsbildung, während außenpolitische Spannungen anhalten.