Während des offiziellen Staatsbesuchs setzten Trump und sein Team offenbar auf sogenannte 'saubere' Geräte: Das heißt, sie hatten speziell konfigurierte Computer und Mobiltelefone dabei, die es sonst im Alltag so nicht gibt und die vor Abreise intensiv geprüft wurden. Das Ziel: möglichst alle Risiken digitaler Spionage minimieren. Tatsächlich ist die Sorge keineswegs übertrieben – in den Reihen der US-Regierung sieht man inzwischen sämtliche Elektronik, die mit nach China genommen wird, als potenzielles Einfallstor für Überwachung und Hacker an. Sogar die Nutzung scheinbar harmloser Hotel-WLANs oder das Einstecken des eigenen Smartphones aufs Ladegerät kann Sicherheitsleute nervös machen, so Insidern zufolge.
Aus diesen Gründen werden sogar Nebenschauplätze plötzlich zum Risiko: Der vorsichtige Umgang mit USB-Anschlüssen, das Vermeiden fremder Ladegeräte, das Umgehen von Cloud-Diensten – selbst banale Routinetätigkeiten verändern sich radikal. Die Delegation, daran erinnert sich einer der Beteiligten, arbeitete teils wieder mit Papierdokumenten wie vor Jahrzehnten. Nicht zuletzt sorgt der Aufbau mobiler, abgeschotteter Kommunikationszonen (SCIFs) im Ausland für Szenen wie aus einem Spionageroman – Gespräche hinter quasi isolierten Türen, weit entfernt von digitalem Belauschen.
Dahinter steckt ein Blick auf Chinas umfassende Überwachungskapazitäten: Nicht nur traditionelle Geheimdienstmethoden, sondern auch gezielte Cyberangriffe auf Endgeräte und sogar den Einsatz kaputter Router oder vernetzter Haushaltsgeräte zum Ausspähen werden als Risiko gesehen. Laut Stellungnahmen westlicher Geheimdienst-Experten agieren chinesische Akteure überraschend flexibel, teils über Ketten infizierter Geräte und gefälschte Identitäten. Ein Wettrüsten auf vielen Ebenen, das bei internationalen Treffen mittlerweile zu beinahe archaischen Arbeitsweisen führt. Interessanterweise betont die chinesische Seite regelmäßig, selbst nur Opfer westlicher Cyberattacken zu sein – weshalb sich ein transparentes Bild ohnehin kaum bekommt. Es bleibt also ein schaler Nachgeschmack; ein bisschen wie ein kalter Kaffee in einer Hotellobby, bei dem man nie weiß, wer im Nebenzimmer wirklich zuhört.
Die Sicherheitsvorkehrungen für US-Regierungsmitglieder und ihren Präsidenten während dienstlicher China-Aufenthalte folgen einer klaren Linie: Alles Digitale gilt als gefährdet, Spionage und gezielte Cyberangriffe werden als ständige Bedrohung eingestuft – nicht ganz grundlos, wie aktuelle Berichte von westlichen Sicherheitsbehörden und neuen Erkenntnissen zu chinesischen Cyber-Aktivitäten zeigen. Ergänzend haben jüngste Veröffentlichungen aufgedeckt, dass Chinas Spionagebemühungen unter anderem durch Kampagnen wie den Einsatz von Zero-Day-Exploits oder dem gezielten Hacken strategischer Cloud-Dienste verstärkt wurden, was sich mit Einschätzungen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und internationalen Partnern deckt. Dazu kamen neue Informationen über parallele Bemühungen anderer Staaten – etwa Russlands verstärkte digitale Spionage in diplomatischen Kontexten –, was das Klima des Misstrauens auf internationalen Gipfeln weiter anheizt.