Manchmal ist es verlockend, einfach einmal den Stecker zu ziehen, wenn die Debatten um Social Media und Jugendliche wieder hochkochen. Hansjörg Durz, seines Zeichens zuständig für Digitalpolitik in der CSU, sieht das jedoch mit Skepsis. 'Voreilige Maßnahmen sind eher schädlich', erklärt er – und spielt damit auf die typisch menschliche Tendenz an, Komplexes schnell und einfach regeln zu wollen. Soziale Netzwerke sind längst nicht nur Abgründe und Risikozimmer; da mischen sich auch Chancen rein, sagt Durz sinngemäß. Ich verstehe das! Nur so kann man sich schließlich Medienkompetenz in einer zunehmend digitalen Welt überhaupt aneignen. Der Schlüssel sei, so Durz, nicht das plumpe Verbot, sondern eher das konsequente Ausnutzen bereits vorhandener Regeln. Übrigens: Plattformen seien nach EU-Recht (Stichwort Digital Services Act) längst dazu verpflichtet, Minderjährige besser zu schützen – also zuerst hier nachfassen, bevor große Sperren diskutiert werden. Durz empfiehlt deshalb, erstmal die Ergebnisse der unabhängigen Expertenkommission des Familienministeriums abzuwarten, statt im Übereifer Verbote zu verhängen. Er sagt zwar: Ein differenziertes Verbot könne eine Option sein. Aber: Wer die Vielschichtigkeit des Digitalen ignoriert, läuft Gefahr, in die gleichen Denkmuster zu verfallen, die man Social Media selbst anlastet. Klingt irgendwie nach einer dieser Debatten, in denen es am Ende um mehr als Schwarz und Weiß geht – und das ist vielleicht gar nicht so schlecht.
Im Kern warnt Durz vor Aktionismus in Sachen Social-Media-Regulierung. Er unterstreicht die Bedeutung von Medienkompetenz und betont die bestehenden rechtlichen Möglichkeiten, die bislang nicht konsequent ausgeschöpft werden. Neue ergänzende Details zeigen: Gerade in anderen europäischen Ländern wird verstärkt auf Medienbildung und elterliche Begleitung gesetzt, statt auf generelle Verbote. Spannend ist, dass laut aktuellen Recherchen viele Experten darauf pochen, Kindern nicht nur Risiken, sondern auch Chancen digitaler Kommunikation zu vermitteln. Gleichzeitig kommt Bewegung in die Debatte: In der EU wird derzeit diskutiert, Altersverifikation und Schutzmechanismen für Kinder weiter zu stärken, ohne sofort das große Verbotshammer-Schwert zu schwingen.