Selenskyj empfängt Kanzleramtschef Frei und BND-Chef Jäger
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, traf sich mit Thorsten Frei, dem neuen Kanzleramtsminister, sowie BND-Präsident Martin Jäger – ein Treffen unmittelbar nach heftigen russischen Drohnenattacken.
heute 17:35 Uhr | 3 mal gelesen
Direkt nach den verheerenden russischen Drohnenangriffen spricht Selenskyj von einem "klaren Zeichen der Solidarität" seitens Deutschlands. Laut eigenem Bekunden habe man dabei ausführlich diskutiert, wie die kurzfristige Stärkung der Luftverteidigung vorangetrieben werden könne. Deutschland spiele, so Selenskyj, wiederholt eine Schlüsselrolle bei der Verteidigung des Landes – und man rechne erneut mit Führungswillen. Anderes Thema, fast schon als Nebensatz erwähnt: Das von der Ukraine vorgeschlagene Drohnenabkommen. Hier zeigte sich Selenskyj bereit, den Spieß umzudrehen und auch für Deutschlands Sicherheit einzustehen: "Wir wollen auch denen helfen, die uns geholfen haben." Außerdem forderte er erneut, den Verhandlungsprozess weiter zu öffnen. Die Gelegenheit, so der Präsident, sei günstig und dürfe kommenden Monat nicht ungenutzt verstreichen. Zur Einordnung: Bei den jüngsten Angriffswellen setzte Russland nach offiziellen Angaben mehr als 1.500 Drohnen und über 50 Raketen ein – eine erschütternde Zahl.
Das Treffen zwischen dem ukrainischen Regierungschef Selenskyj, Kanzleramtsminister Frei und BND-Präsident Jäger fand vor dem Hintergrund massiver russischer Angriffe statt, bei denen tausende Drohnen sowie zahlreiche Raketen abgefeuert wurden. Selenskyj nutzte die Gelegenheit, um Deutschlands Rolle bei der Luftabwehr besonders hervorzuheben und sprach zudem über ein mögliches Drohnenabkommen, das die bilaterale Zusammenarbeit verstärken könnte. Auffällig ist, dass die Ukraine nun auch anbietet, Deutschland bei dessen Verteidigung zu unterstützen – was ein bemerkenswertes Zeichen für das wachsende Vertrauen und die gegenseitige Verantwortung zwischen beiden Ländern ist. Darüber hinaus ist die Debatte über EU-Beitrittsverhandlungen und weitergehende Unterstützung durch den Westen aktuell ein zentrales Thema. Offen bleibt, wie schnell Konkretisierungen folgen und ob Deutschland bereit ist, den eigenen Einfluss weiter auszubauen.