Das Thema lässt einen nicht so einfach los: Am 7. Oktober 2023 kam es zu den furchtbaren Übergriffen der Hamas auf israelischem Boden. Was dabei wohl nur schwer zu begreifen und noch schwerer zu verarbeiten ist – so zumindest äußerte sich die israelische Vize-Außenministerin Sharren Haskel – ist die gezielte sexualisierte Gewalt, die scheinbar systematisch als Werkzeug des Terrors eingesetzt wurde. "Dem Schutz der Würde von Frauen und Mädchen kommt nicht nur lokal, sondern global immense Bedeutung zu. Das ist keine Frage politischer Zugehörigkeit, sondern doch eine der Menschlichkeit", erklärte Haskel gegenüber einer deutschen Zeitung.
Gerade der neueste Bericht, "Silenced No More", bringt erschütternde Details ans Licht: Mehr als 400 Zeugenaussagen verdichten inzwischen das Bild schwerster Übergriffe, deren Grausamkeit einem fast den Atem raubt. Es ist die blanke Entmenschlichung, die aus diesen Zeilen springt – und dennoch hält sich die Empörungswelle der Weltgemeinschaft bisher in eher überschaubaren Grenzen. Haskel legt den Finger in die Wunde: "Was wir hier sehen, ist eine Ideologie, die sexuelle Gewalt als legitimes Mittel ansieht. Wie lange wollen wir noch zuschauen?"
Auch der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Lars Castelucci, räumt unumwunden ein: Die Taten "haben tiefe Wunden bei den Überlebenden und in der gesamten israelischen Gesellschaft hinterlassen." So viel steht fest: Sexualisierte Gewalt im Kontext von Krieg und Terror ist eine besonders niederträchtige Form, gegen die sich – nach seinen Worten – "die Welt gemeinschaftlich zur Wehr setzen muss." Deshalb setzt sich Deutschland auf EU-Ebene für scharfe Sanktionen gegen Hamas-Organisationen ein.
Und immerhin, so berichtet Castelucci, gibt es Bemühungen, den Überlebenden besser beizustehen. Verschiedene Projekte, unter anderem getragen durch die Civil Commission, werden von der deutschen Botschaft in Tel Aviv unterstützt. Letzten Endes, das sollte wohl immer der Anspruch bleiben, müssen die Stimmen und Anliegen der Betroffenen selbst im Zentrum aller Hilfsangebote stehen. Eigentlich logisch – aber zu oft vergessen.
Im Kern dreht sich alles um die erschütternden Aussagen über den gezielten Einsatz sexualisierter Gewalt durch die Hamas am 7. Oktober, die nicht nur Israel erschüttern, sondern auch die internationale Gemeinschaft herausfordern. Der UN-Bericht "Silenced No More", gestützt durch über 400 Zeugenaussagen und forensische Analysen, gilt inzwischen als belastbare Grundlage für die Forderung nach einem entschlosseneren, globalen Handeln gegen derartige Verbrechen (Quelle: taz.de). Manche Stimmen fordern gerade vor dem Hintergrund des internationalen Rechts, sexualisierte Gewalt in Konflikten endlich konsequent als Kriegsverbrechen zu verfolgen und zu sanktionieren – etwa im Rahmen des Internationalen Strafgerichtshofs (Quelle: www.spiegel.de). Während Israel und Deutschland auf EU- und UN-Ebene politische Konsequenzen fordern, wächst auch die Zahl der zivilgesellschaftlichen Projekte, die Traumabewältigung und psychosoziale Versorgung für Betroffene bereitstellen (Quelle: www.zeit.de).