Wie aus Berichten hervorgeht, sucht die AfD gegenwärtig bundesweit nach geeigneten Kandidaten für Ministerposten und andere Schlüsselstellen in Sachsen-Anhalt. Verschiedene AfD-Landespolitiker haben bestätigt, dass man insbesondere am Rande von Parteigremien konkret darüber spricht, wie eine mögliche Machtübernahme personell ausgestaltet werden könnte. Die Partei arbeitet laut Hannes Gnauck systematisch mit Listen, in denen die Qualifikationen von Mitgliedern, die spezielle AfD-Schulungen durchlaufen haben, verzeichnet sind – darunter findet sich scheinbar ein Pool aus ganz verschiedenen Berufsgruppen. Zugleich existiert im Bundesverband eine Gruppe aus Juristen, die unterschiedliche Szenarien einer Regierungsbeteiligung durchspielen und mögliche rechtliche Stolperfallen analysieren. Der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund betonte zwar, man wolle mit allen im öffentlichen Dienst zusammenarbeiten – solange sie nicht offen gegen die Arbeit einer AfD-geführten Landesregierung agieren. Intern gibt es zudem Überlegungen, etwa 150 bis 200 Schlüsselfunktionen in Verwaltungen und landeseigenen Unternehmen mit eigenen Leuten zu besetzen. Anfragen aus dem Kreis der Beamten, wie ihre Zukunft nach einem eventuellen Regierungswechsel aussehen könnte, habe es laut Siegmund bereits gegeben. Besonders gesucht ist juristisches Personal, wobei auch engere Kontakte zu bestimmten burschenschaftlichen Kreisen genutzt werden. Aktivisten aus Schnellroda, dem Umfeld des rechten Ideologen Götz Kubitschek, werden als potenzielle neue Mitarbeiter angesehen – wobei es unter AfD-Funktionären durchaus unterschiedliche Einschätzungen gibt, ob diese Parteikritiker tatsächlich Regierungsämter übernehmen wollen. Bereits auf dem umstrittenen Potsdamer Treffen, das als „Remigrationskonferenz“ bekannt wurde, habe die Partei solche Personalfragen auf der Tagesordnung gehabt.
Die AfD bereitet sich offenbar gezielt darauf vor, in Sachsen-Anhalt zentrale Regierungsfunktionen mit eigenen Leuten zu besetzen und prüft dazu bundesweit Kandidaten – mit dem Ziel, bis zu 200 Schlüsselstellen in Ministerien und Behörden zu kontrollieren. Ein Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zufolge führt das Bundesvorstandsmitglied Hannes Gnauck ein Register qualifizierter Parteimitglieder, viele davon Absolventen der „Schwarz-Rot-Gold-Akademie“, während eine parteiinterne Juristengruppe sich auf juristische Herausforderungen vorbereitet. Kritisch beobachtet wird insbesondere, dass Aktivisten und Sympathisanten aus dem Umfeld neurechter Zirkel (wie Schnellroda) für Regierungsämter in Betracht gezogen werden – dies sorgt für Diskussionen auch innerhalb der Partei. Neueste Berichte zeigen, dass die AfD nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern auch in Thüringen und Brandenburg ähnliche strategische Überlegungen anstellt; parteinahe Schulungsakademien, wie etwa Schnellroda, bieten mittlerweile offene Ausbildungsprogramme für Verwaltungsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit an. Mehrere Landtagsfraktionen informieren intern potenzielle Personalreserven über Karrierewege, wobei teils deutliche Abwerbeversuche aus dem konservativen Beamtenapparat gemeldet wurden. Währenddessen werden rechtliche Hürden diskutiert, wie etwa das Beamtenrecht und verfassungsrechtliche Grenzen, insbesondere zum Thema politischer Neutralitätspflicht von Staatsdienern.