Chartwirbel: Felix Blume, Social Distortion & Co. mischen Deutschlands Alben-Ranking auf

Viel frischer Wind an der Spitze der aktuellen Album-Charts – Neue Gesichter, alte Legenden und überraschende Kombinationen behaupten sich diese Woche.

heute 16:08 Uhr | 3 mal gelesen

Kaum zu glauben, wie schnell sich die Musikwelt dreht: Der Rapper Felix Blume – früher einmal als Kollegah unterwegs – setzt sich mit „Alpha DNA“ ganz klar an die Chart-Spitze und lässt damit Billie Eilish, die letzte Woche noch führte, ziemlich weit nach unten rutschen. Ja, auf Platz acht. Ungeheuer rasant, so ein Wechsel. Direkt im Nacken folgt die amerikanische Punk-Legende Social Distortion mitsamt ihrem neuen Werk „Born To Kill“. Ein bisschen ‚wilder Westen‘ für die Ohren, finde ich. Platz drei wiederum ist dieser Tage ganz dem deutschen Urgestein Udo Lindenberg gewidmet, der übrigens bald 80 wird! Eine Hommage-Platte (24 Acts von Hans Zimmer bis Tokio Hotel sind dabei, also wirklich ein Potpourri) huldigt ihm mit Neuinterpretationen seiner Gassenhauer – eine musikalische Verbeugung, könnte man sagen. Apropos neu: Auch Maite Kelly steigt mit „24/7“ auf Platz vier ein und das Format „Sing meinen Song“ behauptet den fünften Rang mit Vol. 13 – die Mischung aus Altbekanntem und frischer Interpretation scheint nach wie vor zu ziehen. Nicht ganz überraschend, oder? Beim Singles-Rennen bleibt Justin Bieber mit „Beauty and a Beat“ vorn, Cave & Amo springen dafür neu auf die Zwei. Dann schon Routine in den Plätzen drei bis fünf: Zara Larsson unverändert, Tame Impala bleibt dabei und Michael Jackson, gewissermaßen der Untote der Pop-Charts, legt mit „Billie Jean“ noch einen Platz zu. Kleiner Nebengedanke: Wer hätte gedacht, dass 2024 noch über 40 Jahre alte Hits in so einem Ranking wandern? Verantwortlich für das Ganze ist übrigens GfK Entertainment – nach eigener Aussage decken sie stolze 90 Prozent des Markts ab. Schon irgendwie beeindruckend, so viel Übersicht.

Diese Woche brodelt es in den deutschen Album-Charts: Felix Blume, vormals Kollegah, holt sich mit seinem neuen Album „Alpha DNA“ erstmals Platz eins. Die Top fünf sind fest in der Hand unterschiedlichster Genres – von US-Punk, über ein Allstar-Tribute für den deutschesten Rock’n’Roller aller Zeiten bis zu Maite Kelly’s gewohnt eingängigen Pop. In den Single-Charts bleibt Justin Bieber ungefährdet auf Platz eins, während Michael Jackson mit „Billie Jean“ weiterhin ein erstaunliches Revival erlebt. Bei Research zeigt sich: Zum 80. Geburtstag von Udo Lindenberg überschlagen sich die Medienflächen mit Rückblicken auf seine Karriere, Eckdaten zu Social Distortion fehlen, doch Felix Blume wird immer wieder als Paradebeispiel für Selbstvermarktung im Deutschrap genannt. Außerdem wird das Erfolgsformat „Sing meinen Song“ landauf, landab für seine Mischung aus Nostalgie und modernen Sounds diskutiert. Diversität, musikalischer Brückenschlag zwischen Generationen und Genres – das ist das, was die aktuellen Charts widerspiegeln.

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