Verdi-Chef plädiert für AfD-Verbot nach umstrittener Beamten-Aussage

Angesichts der Ankündigung der AfD, im Falle eines Wahlsiegs in Sachsen-Anhalt zahlreiche Beamte auszutauschen, spricht sich Verdi-Vorsitzender Frank Werneke erneut für ein Verbot der Partei aus. Ihm zufolge belegen die Pläne die demokratiefeindliche Grundhaltung der Partei.

heute 15:03 Uhr | 2 mal gelesen

Als Reaktion auf die Aussagen von Ulrich Siegmund – dem Spitzenkandidaten der AfD in Sachsen-Anhalt – der unter anderem davon sprach, 150 bis 200 Stellen im öffentlichen Dienst neu zu besetzen, schlägt Frank Werneke, Chef der Gewerkschaft Verdi, Alarm. Für ihn ist das kein normales politisches Wahlkampfgetöse, sondern eher ein handfester Angriff auf das bestehende Staatsgefüge. "Beamtinnen und Beamte, die unser Grundgesetz vertreten sollen, würden durch Leute ausgetauscht, die sich offenbar der Linie einer rechtsradikalen Partei verpflichtet fühlen", so Werneke in einem Interview mit den Funke-Medien. Besonders beunruhigend für ihn: Die AfD offenbare damit ganz offen, dass sie einen grundlegenden Umbau des Staates anstrebt – und Werneke sieht darin eine Gefahr, die demokratische Strukturen direkt bedroht. Deshalb hält er es nicht nur für wichtig, sondern für dringend geboten, ein Verbotsverfahren gegen die AfD einzuleiten. Kurzer Einschub: Schon im vergangenen Jahr hatte Werneke in diese Richtung argumentiert, das ist also kein Schnellschuss. Verdi vertritt übrigens viele Menschen im öffentlichen Dienst – man kann also sagen, dass hier nicht nur politische Prinzipien im Raum stehen, sondern auch ganz handfeste Interessen vieler Beschäftigter.

Frank Werneke hebt mit seiner Forderung nach einem Verbotsverfahren gegen die AfD die Zuspitzung der politischen Debatte rund um die Partei hervor. Die aktuelle Entwicklung in Sachsen-Anhalt spiegelt den wachsenden Unmut innerhalb großer gesellschaftlicher Gruppen wie der Gewerkschaften wider, die den demokratischen Rechtsstaat durch explizite Personal-Umbaupläne als bedroht sehen. Dabei zeigt der Fall, wie eng Fragen der demokratischen Verfasstheit, die Neutralität des öffentlichen Dienstes und der Schutz rechtsstaatlicher Prinzipien tatsächlich miteinander verwoben sind. Aktuelle Rechercheergebnisse: In den letzten 48 Stunden berichtete unter anderem die „Süddeutsche Zeitung“ über die anhaltende Debatte rund um die Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz und das mögliche Verbotsverfahren. Die Diskussionen werden durch aktuelle Wahlumfragen und politisch zugespitzte Statements weiter angestachelt, wobei vor allem die Reaktionen von Vertreter:innen des öffentlichen Dienstes und der Justiz besondere Aufmerksamkeit finden. Darüber hinaus zeigen Berichte aus anderen Bundesländern, dass das Thema austauschbarer Beamten auch andernorts für Unruhe sorgt und politische Konsequenzen debattiert werden.

Schlagwort aus diesem Artikel