Handwerksbetriebe: Wartezeiten fallen auf 8,9 Wochen – Branche bleibt unter Druck

Die Zeit bis zum nächsten Handwerkertermin wird kürzer, doch neue Krisen sorgen weiterhin für Unsicherheit im Gewerbe.

vor 59 Minuten | 1 mal gelesen

Manchmal dauert es nur einen Wimpernschlag – und manchmal eben knapp neun Wochen, bis Handwerke-Aufträge angegangen werden. Handwerkspräsident Jörg Dittrich hat, wie er den Funke-Zeitungen verriet, zumindest einen Lichtblick zu bieten: Im Schnitt liegen die Wartezeiten bei Handwerksbetrieben derzeit bei 8,9 Wochen. Wer in der Stadt wohnt, braucht allerdings weiterhin etwas länger Geduld als auf dem Land. Zur Erinnerung: Es gab schon Phasen, da musste man bis zu 14 Wochen auf einen Handwerker hoffen – eine Zeit, in der selbst die Geduld erfahrener Häuslebauer auf die Probe gestellt wurde. Doch der Schein trügt – die Herausforderungen sind keineswegs vom Tisch. Dittrich schildert die Konsequenzen des Iran-Kriegs für das deutsche Handwerk als gravierend. Da sei massiver Druck, warnt er, von allen Seiten: Das Gespenst von Geschäftsaufgaben und Jobverlusten geht um. Mehr als 60.000 Stellen sind laut Dittrich schon im vergangenen Jahr weggefallen – und aktuell halten viele Familien ihre Ausgaben zurück, geplante Renovierungen werden erst einmal nicht angepackt. Die Folge: Weniger Aufträge und eine unsichere Perspektive. Das Thema Tankrabatt kommt dabei wie ein altes Gespenst zurück. Dittrich mahnt, den Rabatt nicht vorschnell zu streichen. Solange die Krise andauert, solle der Staat den Zuschuss aufrechterhalten, schließlich kassiere er ja derzeit ordentlich mit bei der Mineralölsteuer. Ein echter Balanceakt zwischen Staatseinnahmen und Preisentlastung. Im Interview geht Dittrich noch weiter ins Detail: Besonders die Baubranche leidet unter unterbrochenen Lieferketten. Bau-Materialien, die energieintensiv oder mit Erdöl produziert werden – etwa Styropor für Dämmungen –, sind teurer und schwerer auf dem Markt zu finden. Wer ausweichen will, schaut sich nach Mineralwolle um, aber auch die wird knapp. Preissteigerungen bis zu 50 Prozent sind in der Branche keine Seltenheit mehr, Transportkosten explodieren, Lieferfristen wachsen ins Unermessliche. Statt früher maximal zwei Wochen, braucht es teilweise vier Monate bis zum Material. Und als wäre das nicht genug, gibt es auch noch einen Dominoeffekt: Wer an der Zapfsäule mehr blechen muss, spart anderswo – beim Friseur, Bäcker oder Metzger. Die Zurückhaltung im Konsum setzt sofort ein, so Dittrich. Bleibt die Frage: Wie viele Jobs stehen auf der Kippe? Wirklich keiner kann das beziffern, aber der Ton ist ernst. Schlussendlich bleibt der Appell an die Politik: Wettbewerbsfähigkeit stärken, zügig Reformen anschieben, keine Zeit mehr auf der langen Bank.

Die Wartezeiten auf Handwerkertermine in Deutschland sind nach Angaben von Handwerkspräsident Jörg Dittrich wieder gesunken und liegen nun im Durchschnitt bei 8,9 Wochen – nach zuvor bis zu 14 Wochen. Trotz dieses Rückgangs kämpft das Handwerk weiterhin massiv mit den Auswirkungen internationaler Krisen, zuletzt insbesondere des Iran-Kriegs: Unterbrechungen der Lieferketten, Preisexplosionen bei Baumaterialien und steigende Transportkosten setzen der Branche schwer zu. Auch verständlich: Wer für Sprit und Energie mehr bezahlt, hält sich mit Anschaffungen und Renovierungen zurück⁠—das spürt das Handwerk sofort; laut Dittrich sind bereits mehr als 60.000 Arbeitsplätze verloren gegangen, neue Investitionen werden aufgeschoben. Zusätzlich fordert Dittrich, den Tankrabatt zeitlich auszuweiten, solange die Krise anhält und der Staat durch höhere Mineralölsteuern profitiert. Forschungen und Berichte der letzten Stunden zeigen: Die deutsche Handwerksbranche wird trotz kleinerer Entspannung bei den Wartezeiten von Unsicherheit, Materialengpässen und Preissteigerungen dominiert. Mehrere Medien berichten zudem über einen anhaltenden Trend zur Konsumzurückhaltung und warnen vor weiterem Arbeitsplatzabbau. Zuletzt wurde aus verschiedenen Quellen unterstrichen, dass eine schnelle und umfassende Reform der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen notwendig ist, um dem Handwerk wieder mehr Zukunftsfähigkeit zu verleihen.

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