Mal ehrlich: Kaum jemand kann sich dem Gefühl entziehen, dass politische Spannungen am anderen Ende der Welt plötzlich im Alltag einschlagen – ob beim Tanken oder beim Blick auf die Stromrechnung. Eine aktuelle Befragung, beauftragt von einem Preisvergleichsportal und in Funkemedien bereits zitiert, zeigt: Rund zwei von drei Deutschen (67 Prozent) geben zu, seit Ausbruch der Iran-USA-Krise bewusster auf ihren Energieverbrauch zu achten. Überraschend viel Pragmatismus: Statt sofort den großen Technikwandel anzustoßen, setzt die Mehrheit auf naheliegende Sparmaßnahmen – Stand-by abschalten (mehr als die Hälfte), Heizung runterdrehen (ebenfalls über 50 Prozent) oder einfach mal weniger heiß duschen. Auch das Auto bleibt öfter stehen, mehr Menschen radeln oder steigen in Bus und Bahn – fast eine kleine Renaissance der Muskelkraft.
Aber: Fast ein Viertel (27 Prozent) winkt ab – 'Ich bin schon sparsam genug', sagen die meisten aus dieser Gruppe selbstbewusst. Die Skeptiker scheinen vor allem bei den über 70-Jährigen zu sitzen; viele schätzen die Mehrkosten entweder als verschmerzbar ein oder sehen schlicht keine Möglichkeit, noch weiter zu sparen. Und so bleibt die Idee, sich langfristig komplett von Erdöl, Gas & Co. zu lösen, für viele noch abstrakt. Zwar haben etwa 23 Prozent schon erste größere Schritte Richtung erneuerbare Energien gemacht – zum Beispiel mit Solaranlagen –, viel mehr setzen jedoch lieber auf kleine Stellschrauben, wie sparsameren Verbrauch. Gebäudedämmung, moderne Heizungen oder gleich das E-Auto schrecken weiterhin ab.
Der Auslöser bleibt dabei nicht nur das diffuse Gefühl politischer Unsicherheit. Mit Beginn des US-Militärschlags in Iran sind hierzulande die Energiepreise in die Höhe geschnellt, was die Regierung – mal mehr, mal weniger erfolgreich – unter anderem mit dem Tankrabatt zu dämpfen suchte. Die Zahlen? Das Meinungsbild stammt von einer Onlineumfrage des Instituts Innofact unter etwas mehr als 1.000 Personen.
Der Dauerstreit zwischen den USA und Iran hat offenbar direkten Einfluss auf das alltägliche Verhalten vieler Deutscher: Fast 70 Prozent sparen gezwungenermaßen Energie, weil die Preise steigen – das bedeutet, weniger Auto fahren, stand-by ausschalten und Heizung drosseln. Die Bereitschaft, langfristig komplett auf fossile Brennstoffe zu verzichten, ist bisher aber gering; kleinere, schnell umsetzbare Maßnahmen stehen im Vordergrund. Neuere Berichte aus großen Nachrichtenportalen wie der FAZ und taz warnen zudem vor möglichen weiteren Preissprüngen, falls sich die politische Lage zuspitzt – aktuelle Prognosen zeigen, dass gerade einkommensschwächere Haushalte besonders unter der Entwicklung leiden könnten. Auch werden politische Debatten über die Rolle Deutschlands bei der Energiesicherheit angesichts geopolitischer Konflikte wieder lauter. Gleichzeitig gibt es vermehrt Initiativen, die den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen wollen, doch skeptische Stimmen mahnen, wie schwer es ist, alle Schichten der Gesellschaft für einen umfassenden Wandel zu gewinnen. Die Ergebnisse der Umfrage werden somit nicht nur als Zahlenspiel, sondern auch als gutes Stimmungsbarometer für das Land inmitten krisenhafter Energie- und Außenpolitik interpretiert.