So ein Fußballnachmittag voller Wendungen! Bis auf Weiteres hat RB Leipzig nach dem 2:1 gegen St. Pauli am 33. Spieltag nicht nur das Minimalziel – mindestens vierter Platz und damit die Champions-League-Qualifikation – eingefahren, sondern steht sogar auf Rang drei. Aber ehrlich: Wer zusah, musste in der ersten halben Stunde an Leipzig zweifeln. Die Sachsen präsentierten sich ungewöhnlich fahrig, während St. Pauli, normalerweise im Tabellenkeller festgenagelt, einen unerwartet munteren, fast schon forschen Fußball spielte. Was wäre, wenn sie immer so agiert hätten? Ein Pfostentreffer von Kaars hätte das Spiel fast gekippt – eine Prise Glück blieb Leipzig also treu.
Dann kam die entscheidende Szene kurz vor der Pause: Schlager, der seine Ladehemmung beendete und mit einem satten Distanzschuss kurz vor dem Pausenpfiff für Erleichterung auf Leipziger Seite sorgte. Im zweiten Durchgang war Leipzig dann klar tonangebend. Nach einer feinen Ecke von Raum nickte Orban in bester Stürmermanier zum 2:0 ein. Alles lief auf ein ruhiges Finale hinaus, ein dritter Treffer, diesmal aber wegen Abseits aberkannt. Und trotzdem: Fußball wäre nicht Fußball, wenn sich nicht kurz vor Toreschluss noch ein bisschen Spannung einschleichen würde – Ceesays wuchtiger Schuss in der 86. Minute flackerte kurz Hoffnung für die Gäste auf.
Letztlich bleibt es dabei: St. Pauli tief im Abstiegsstrudel, während RB Leipzig für die Champions League planen kann. Und nur am Rande: Die parallelen Partien am Nachmittag hatten es auch in sich – Stuttgart schlug Leverkusen (3:1), Hoffenheim rang Bremen nieder (1:0) und Augsburg ließ Gladbach keine Chance (3:1). Später muss sich Wolfsburg mit dem glorreichen Meister FC Bayern messen, wobei die Messlatte für Überraschungen im Abstiegskampf weiter nach oben wandert. Fußball halt – voller kleiner Dramen, Überraschungen und jener eigenwilligen Poesie, die Wochenenden so unberechenbar macht.
RB Leipzig steht nach dem 33. Spieltag der Bundesliga als Champions-League-Teilnehmer fest. Das mühselige 2:1 gegen St. Pauli offenbarte jedoch Schwächen im Leipziger Spiel – besonders zu Beginn. Die Leipziger profitierten von St. Paulis Abschlussschwäche und konnten sich auf starke Einzelaktionen verlassen. Für St. Pauli, die trotz beachtlicher erster Halbzeit auf Rang 17 verweilen, entscheidet sich das Bundesliga-Schicksal nun im letzten Spiel gegen Wolfsburg. In der Berichterstattung der letzten Stunden wird betont, dass RB Leipzig nach dem jüngsten Wechsel von Daniel Olmo (der wegen Muskelverletzung fehlte) ein variables Offensivsystem zeigte; zudem wuchs Xaver Schlager nach langer Verletzungspause eindrücklich über sich hinaus. Auch die Leistungen von Kevin Kampl und Willi Orban fanden große Anerkennung: Experten sehen Leipzig nun für die Zukunft in Europa gut gewappnet. Nach der Partie herrschte im Team sichtbar Erleichterung, wie mehrere Akteure in Interviews versicherten.