Energiepreise steigen erneut – Parallelen zu alten Krisen sichtbar

Die aktuelle Teuerung bei Energieprodukten erinnert in ihrer Wucht an historische Ölkrisen und andere weltweite Wirtschaftsentwicklungen. Unmittelbar nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs sprangen die Preise aber sogar noch steiler nach oben als aktuell.

heute 08:42 Uhr | 5 mal gelesen

Wer heute an der Zapfsäule steht und sich verwundert die Stirn reibt, fühlt sich vielleicht an die Ölkrisen der 70er oder die Finanzkrise 2008 erinnert – und das nicht zu Unrecht: Eine frische Analyse des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass etwa im März 2026 der Durchschnittspreis für Superbenzin in Deutschland um 17,3 Prozent und für Diesel um fast 30 Prozent höher lag als noch ein Jahr zuvor. Überraschend: Heizöl wurde für private Haushalte sogar um 44,4 Prozent teurer, was wohl manchen Wintermonat zur echten Herausforderung gemacht hat. Besonders heftig war der Preisanstieg jedoch direkt nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine 2022 – im Vergleich zum Jahr davor fast 62,7 Prozent Aufschlag bei Diesel und sogar eine Verdopplung beim Heizölpreis. Das alles spielte sich vor dem Hintergrund sowieso schon niedriger Preise während der Pandemie ab, was die prozentualen Steigerungen noch massiver erscheinen ließ. Jetzt, im März 2026, zeigt sich das Bild uneinheitlicher: Importpreise für Öl und Mineralölprodukte ziehen wieder an (teilweise über 40 Prozent im Monatssprung!), doch Gas wird im Jahresvergleich günstiger – eine Folge der vorherigen Extremsprünge und langfristiger Verträge, die jetzt erst nachwirken. Auch geopolitische Ereignisse wie die erneuten Kämpfe im Nahen Osten sind für die jüngsten Preisschübe mitverantwortlich. Wer einen Blick in die Geschichte wirft, stellt fest: Ähnlich dramatisch ging es schon mehrfach zu. Der Jom-Kippur-Krieg verknappte 1973 das Ölangebot, OPEC-Staaten drehten am Hahn, und die Preise schossen durch die Decke – 221 Prozent Plus binnen eines Jahres. Später, während der iranischen Revolution und dem Beginn des Ersten Golfkriegs, folgten vergleichbare Schocks. Selbst in jüngerer Vergangenheit – Stichwort: Finanzkrise 2008 – explodierten Öl- und Heizölkosten, nur um nachher kräftig einzubrechen. In der Pandemie wiederum sanken die Preise auf Tiefstände, ehe die Erholung zu erneuten Höhenflügen führte. Immer wieder also ein Auf und Ab, wie auf einem energiepolitischen Schleudersitz.

Die momentanen Energiepreisschübe reihen sich nahtlos in eine Reihe historischer Krisen ein und knüpfen in Ausmaß und Geschwindigkeit an die Ölkrisen der 1970er, die Wirtschaftsturbulenzen 2008 und die Pandemie-Phase an. Neu ist, dass die aktuellen Sprünge häufig auf geopolitische Konflikte – zuletzt im Nahen Osten und der Ukraine – zurückzuführen sind, während preisdämpfende Effekte wie längere Lieferverträge meist erst zeitverzögert wirken. Die jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass sich insbesondere bei Erdöl und Mineralölerzeugnissen die Preise sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich stark verteuerten – teils erneut getrieben von angespannten geopolitischen Lagen und anhaltender Marktunsicherheit. Neue Entwicklungen aus aktuellen Medienberichten ergänzen das Bild: Viele Haushalte berichten inzwischen von erheblichen Mehrbelastungen, die Debatte über einen möglichen staatlichen Energiepreisdeckel ist wieder neu entfacht, und die Unsicherheiten auf den internationalen Märkten führen zu stark schwankenden Preisen für Gas und Öl. Regulierungsmaßnahmen der EU und neue Handelsabkommen sollen mittelfristig für Stabilität sorgen, doch Experten warnen bereits vor weiter anhaltender Volatilität – nicht zuletzt, weil die gefährdeten Lieferketten etwa durch Konflikte wie im Nahen Osten weiter gestört werden könnten.

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