moVe-it – Patientenaufnahme angelaufen: Ein neuer Ansatz für Schlaganfall-Betroffene mit Spastik

Hamburg – Das innovative Projekt moVe-it, das sich der optimierten Versorgung von Spastik nach einem Schlaganfall widmet, hat einen neuen Meilenstein gesetzt: Seit Anfang April 2026 werden aktiv Patientinnen und Patienten eingeschrieben. Die Mobil Krankenkasse steuert das Vorhaben, flankiert von mkk – meine krankenkasse und dem BKK Landesverband Bayern.

heute 10:04 Uhr | 5 mal gelesen

Viele, die nach einem Schlaganfall mit Spastik kämpfen, wissen nur zu gut: Oft läuft zwischen Klinik, Reha und Hausarzt wenig rund. Genau hier schlägt moVe-it einen neuen Weg ein. Zitat von Sandra Lo Bianco, die das Projekt bei der Mobil Krankenkasse koordiniert: "Unser Ziel ist es, Akutversorgung, Nachsorge, Haus- und Facharztpraxis sowie digitale Lösungen so miteinander zu verweben, dass für Betroffene mehr Qualität im Alltag entsteht." Insgesamt werden 520 Betroffene aus 20 unterschiedlichen Regionen teilnehmen, gleich verteilt auf die Interventions- und Kontrollgruppe. Die Auswahl basiert auf einem cluster-randomisierten Verfahren – ungewohnt für den Alltag der Patienten und gleichzeitig sinnvoll für die Studie. Zwölf Monate Zeit bleibt, Teilnehmende zu gewinnen; danach folgt für manche eine achtmonatige, strukturierte Betreuung. Das Netzwerk von moVe-it spannt sich von Studienzentren im Akut- und Reha-Sektor über Neurolog:innen, Hausärzt:innen, Physios bis hin zu neuen Partnern, die noch dazukommen können. Schwerpunkt: Berlin, Brandenburg und Bayern. Für die ,Versuchsgruppe' gibt es zusätzlich zum Üblichen einen besonders engmaschigen, abgestimmten Mix aus medizinischer Begleitung, digitalen Tools und regelmäßigen Fallkonferenzen – alles unter der Fittiche des moVe-it-Medical-Managers. Die Kontrollgruppe bleibt bei der Standardversorgung. Für die Gesundheitsforschung aber entscheidend: Die Resultate werden wissenschaftlich durchleuchtet und könnten, so die Hoffnung, neue Wege für die Regelversorgung bereiten. Ende 2028 soll Bilanz gezogen werden. Wer sich im Detail informieren will: mobil-krankenkasse.de/move-it

Das Projekt moVe-it widmet sich der besseren Versorgung von Patienten mit Spastik nach Schlaganfall und startet aktuell mit der Rekrutierung in Berlin, Brandenburg und Bayern. Ziel ist es, ein sektorenübergreifendes, interdisziplinäres Netzwerk zu etablieren, das Akut- und Rehabilitationsmedizin, ambulante Versorgung und digitale Elemente zusammenbringt, um durch engmaschige Betreuung die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern. Das Projekt ist in der Innovationsfonds-Förderung angesiedelt und setzt auf eine randomisierte Clusterstudie mit wissenschaftlicher Auswertung; die gewonnenen Daten sollen helfen, das Modell eventuell in die Regelversorgung zu überführen. Ergänzende Recherche (Juni 2024): Ähnliche Versorgungsprojekte, die auf sektorenübergreifende Betreuung und Digitalisierung setzen, werden aktuell in verschiedenen Bundesländern getestet. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Nutzung von Apps und Telemedizin zur Unterstützung chronisch kranker Menschen. Insbesondere die Integration von digitalen Tools in Rehabilitationsmaßnahmen rückt im Zuge personeller Engpässe und demographischer Entwicklung in den Fokus der gesundheitspolitischen Diskussion. Zudem wird bundesweit diskutiert, wie Förderprojekte wie moVe-it regulär etabliert werden können, sollten sie sich bewähren.

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