Zwischenbilanz für Merz: Ein Jahr Kanzler – und nun?

Vor genau einem Jahr wurde Friedrich Merz im zweiten Wahlgang zum Bundeskanzler gekürt. Doch was bleibt nach zwölf Monaten an der Spitze der schwarz-roten Koalition – Fortschritt, Frust, offene Baustellen? Am Mittwochabend sitzen ihm ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten und Nachrichtenchefin Anne Gellinek kritisch gegenüber.

heute 16:43 Uhr | 3 mal gelesen

Ein Jahr Kanzlerschaft – wenn man den Kalender aufschlägt, scheint das viel, politisch aber eine flüchtige Zwischenzeit. Die Erwartungen an Merz und seine Regierung waren enorm – nicht zuletzt, weil die Koalition mit viel Getöse startete. Statt Durchbrüchen in Rente und Gesundheit: Zähe Debatten, streitende Partner, Reformprojekte, die vor sich hin dümpeln. Die Koalition wirkt in vielen Fragen verdächtig uneins, vom Steuerstreit bis hin zur Sozialpolitik. Immer öfter mosert inzwischen sogar die eigene Parteibasis. Auch außerhalb des Landes rumpelt es: Deutschlands Rolle in einer komplexer gewordenen Welt beschäftigt die Runde im ZDF ebenso wie der häufig hektisch anmutende Umgang mit schwierigen Partnern – Stichwort Iran oder das schwierige deutsch-amerikanische Verhältnis. Die Grundsatzfragen stehen im Raum: Warum stocken die Reformen so? Wohin steuert die Regierung eigentlich? Und: Kann der Kanzler das ramponierte Vertrauen in die Politik reparieren? Kurz: Ein Jahr im Spiegel – das Format "Was nun...?" bohrt gewohnt nach.

Die Diskussion um die Kanzlerschaft von Friedrich Merz steht sinnbildlich für die politischen Turbulenzen des vergangenen Jahres. Während sich die Regierung gegenseitig blockiert und dringend benötigte Reformen im Sozial- und Gesundheitswesen verschleppt werden, ist auch im außenpolitischen Bereich keine klare Linie auszumachen – teils holpert das deutsch-amerikanische Verhältnis, teils geraten Konflikte wie jener mit dem Iran aus dem Blickfeld einer größeren Strategie. Aktuelle Presseberichte zeigen, dass die öffentliche Ungeduld wächst: Laut jüngster Umfrageergebnisse sind die Zustimmungswerte für den Kanzler im Sinkflug, was parteiinternen Druck weiter anheizt. Vielerorts wird über unklare Kommunikation und das Fehlen eines stringenten Kurses geklagt. Bei 'Was nun...?" am 6. Mai verlangt das Publikum – mehr noch als in ruhigen Zeiten – transparente Antworten und echte Perspektiven.

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