Bundesländer investieren Millionen in Microsoft-Software – Ausgaben auf Rekordhoch

Im letzten Jahr zahlten die deutschen Bundesländer mehr als 191 Millionen Euro für Microsoft-Lizenzen – ein deutliches Plus im Vergleich zu den Vorjahren.

heute 05:02 Uhr | 2 mal gelesen

Laut einer aktuellen Umfrage von 'Tagesspiegel Background' unter den 16 Bundesländern haben im vergangenen Jahr zehn Länder ihre Ausgaben für Microsoft-Produkte offengelegt. Die Zahlen zeigen eines sehr deutlich: Die Lizenzen und Dienstleistungen von Microsoft schlagen inzwischen mit mittlerweile 191,7 Millionen Euro jährlich zu Buche. Noch 2021 waren es 104,3 Millionen – die Kosten haben sich in nur fünf Jahren also fast verdoppelt. Durchschnittlich stiegen die Ausgaben um gut 16,8 Prozent pro Jahr – das ist nicht wenig, ehrlich gesagt. Unter den Ländern ist Nordrhein-Westfalen der absolute Spitzenreiter mit über 180 Millionen Euro in fünf Jahren, gefolgt von Niedersachsen (159 Mio.) und Baden-Württemberg (rund 110 Mio.). Interessanterweise lieferten Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Bayern sowie Rheinland-Pfalz keine konkreten Zahlen – man könnte spekulieren, dass dort die Buchhaltung klemmt oder es andere Gründe für die Intransparenz gibt. Die Gründe für den kräftigen Anstieg? Mehr digitale Arbeitsplätze, veränderte Lizenzmodelle (kaum noch klassische Einmallizenzen, stattdessen Cloud-Abos), wachsende Anforderungen an IT-Sicherheit und eine Flut neuer Funktionen, die den Preis hochtreiben. Wie das so oft ist: Mehr Service, mehr Komplexität, mehr Kosten. Alexander Britz, der bei Microsoft das Geschäft mit dem öffentlichen Sektor leitet, findet die hohen Summen irritierend: Das Geld lande bei weitem nicht komplett bei Microsoft, stattdessen sorgen lange Versorgungsketten mit vielen Zwischenhändlern dafür, dass schon etliche Provisionen abgezweigt werden, bis das Produkt beim Land ankommt.

Die Ausgaben der Bundesländer für Microsoft-Lizenzen und -Dienstleistungen haben in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Lag der Betrag 2021 noch bei gut 104 Millionen Euro, erreichte er 2023 bereits 191,7 Millionen – die jährlichen Steigerungsraten bewegen sich um etwa 17 Prozent. Zentrale Gründe dafür sind die Umstellung auf Cloudprodukte, höhere Anforderungen an die IT-Sicherheit und der allgemein steigende Bedarf an digitaler Infrastruktur. Auffällig ist die hohe Intransparenz: Über ein Drittel der Bundesländer legte keine Zahlen offen. Laut aktuellem Beitrag auf ‚spiegel.de‘ schlägt sich diese Microsoft-Abhängigkeit auch in Bildungs- und Verwaltungsfragen nieder, die Bund-Länder-Kommission sucht Alternativen, aber der Abschied von Microsoft sei „praktisch kaum realistisch“ (Quelle: Spiegel). Ein Bericht auf ‚sueddeutsche.de‘ hebt hervor, dass Cloud-Lösungen datenschutzrechtliche Herausforderungen und neue Abhängigkeiten erzeugen, was Experten zunehmend kritisch sehen (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Auf ‚faz.net‘ wird zudem auf die schleppende Entwicklung eigener europäischer Cloud-Angebote verwiesen; die Möglichkeiten für digitale Souveränität seien in weiter Ferne, das Thema bleibt politisch brisant (Quelle: FAZ).

Schlagwort aus diesem Artikel