Dass Europa derzeit wieder einmal auf dem Pulverfass balanciert, ist kaum zu übersehen. Jessika Roswall, eigentlich mehr für Umweltthemen bekannt, blickt in ihrem Gastkommentar ungewöhnlich offen auf die Verwerfungen, die der sogenannte Iran-Krieg für Europas Zukunft bereithält. Wirtschaftliche Stabilität, der grüne Umbau, ja selbst so unscheinbare Dinge wie der Nachschub an Halbleiterchips – alles könnte empfindlich ins Wanken geraten. Besonders fatal: Wie Roswall betont, werden Lieferketten in dieser neuen Ära gerne als Druckmittel missbraucht. Zwar kann die EU kaum beeinflussen, was ‘da draußen’ geschieht, aber die Auswirkungen sind mittlerweile Teil unseres Alltags.
Ihr Appell ist fast so etwas wie ein Kassensturz: Europas Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen hält sie für gefährlich – was sie ziemlich deutlich ausspricht. ‚Wir müssen weg vom Öl, am besten dort, wo wir es nicht brauchen.‘ Leicht gesagt, schwer getan, aber ehrlich. Die zweite große Lektion? Zu viele strategisch wichtige Ressourcen werden einfach entsorgt, statt sie sinnvoll weiterzunutzen. Recycling als Chance, nicht als lästige Pflicht.
Und dann folgt Kritik an der eigenen Trägheit: Zu wenig Tempo beim Umbau, zu viel Stillstand. Die europäischen Industrien, so Roswall, könnten eigentlich viel mehr, wenn sie müssten – und müssten sie nicht genau jetzt endlich? Kreislaufwirtschaft wird plötzlich zum Rettungsanker erklärt: als Sicherheitspolster gegen weitere globale Beben, als Investition in die eigenen vier Wände, aber auch als Tür zu neuem Wohlstand. Am Ende bleibt ihr deutlicher Weckruf: Bloß nicht warten, bis es zu spät ist.
Roswall warnt, der aktuelle Konflikt im Iran könne für Europa weitreichende Folgen haben – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch für die Versorgung mit Energie und kritischen Technologien wie Halbleitern. Sie kritisiert die weiterhin starke Abhängigkeit der EU von fossilen Energieträgern und mahnt schleppende Fortschritte beim grünen Umbau sowie im Recycling von Schlüsselrohstoffen an. Neuere Berichte aus seriösen Medien bestätigen, dass Engpässe in Lieferketten zunehmend gezielt eingesetzt werden, um politische Ziele zu erreichen, und dass die europäische Wirtschaft dringend widerstandsfähiger gegen externe Schocks werden muss. Hinzu kommt, dass in den letzten 48 Stunden mehrere Quellen (u.a. Zeit Online, Spiegel, FAZ) das Thema Lieferkettenengpässe und energiepolitische Unsicherheiten aufgegriffen haben. Laut der Frankfurter Allgemeinen werden europäische Unternehmen zunehmend gezwungen, alternative Beschaffungswege und Recycling zu erschließen, während etwa die Süddeutsche Zeitung auf politische Diskussionen über gemeinsame strategische Reserven und Energiemix eingeht. Die Zeit hebt indes hervor, dass noch zu wenig in Innovationen und Umschulungen investiert wird, um Abhängigkeiten wirksam zu durchbrechen.