Zum Monatsbeginn Juni 2026 stehen beim IVA grundlegende Veränderungen im Bereich Kommunikation und Politik an, ein durchaus bemerkenswerter Schritt, gerade in Zeiten, in denen die öffentliche Debatte um Landwirtschaft ständig Fahrt aufnimmt. Die bisherige Chefin für Pflanzenernährung und Biostimulanzien, Dr. Theresa Krato (41), übernimmt das Ruder und rückt zugleich ins Geschäftsführungsteam auf – das ist mehr als nur ein einfacher Jobwechsel. Interessant: Krato bringt nicht nur viel Fachwissen mit, sondern bewegt sich seit Jahren routiniert im Geflecht aus Politik und Verband, was, ehrlich gesagt, bei der aktuellen Stimmungslage in der Branche nicht unwichtig ist. Besonders spannend könnte sein, wie sie die Verbindung von wissenschaftlicher Kompetenz mit politischer Kommunikation gestaltet.
Hans F. Kaufmann (43), bislang Stellvertreter für Kommunikation und Politik, übernimmt künftig die Verantwortung für den Draht zur Presse – ein Job, den man nicht unterschätzen sollte. Kommunikation ist heute ja eher ein Tanz auf dem Drahtseil als das klassische Verteilen von Broschüren.
Indes verlässt Martin May nach einer langen und prägenden Zeit den Verband. Nach 17 Jahren – ein halbes Berufsleben – dankt Frank Gemmer, Hauptgeschäftsführer, May ausdrücklich für dessen Feingefühl, gerade auch bei Krisen. Man muss schon zweimal hinsehen: Wer fast zwei Jahrzehnte so ein Amt bekleidet, hinterlässt Spuren, ob im Guten oder wenn’s mal geknirscht hat.
Als weiteres Zeichen für Veränderung rückt Dr. Mark Winter (44) in die Geschäftsführung. Winter hat sich bislang besonders als Leiter für Wissenschaft und Innovation einen Namen gemacht und wird jetzt nochmal sichtbarer in der Verbandsarbeit. Damit setzt der Verband nicht nur auf bewährte Expertise, sondern auch auf Netzwerke und Beziehungen, die gerade auf der Fach- und Behördenseite Gold wert sein dürften.
Kurz zur Einordnung: Der IVA vertritt 47 Firmen rund um Pflanzenschutz und -ernährung, Pflanzenzüchtung, Biostimulanzien sowie Schädlingsbekämpfung. Der Verband versteht sich als Sprachrohr für Innovation in der Landwirtschaft und hat dabei, das merkt man, zunehmend nicht nur Landwirte und Gärtner, sondern auch Privatanwender im Blick.
Mit dem Wechsel in der Führungsspitze des IVA signalisiert der Verband nicht nur personelle Veränderung, sondern auch einen neuen Kurs in Kommunikation, Wissenschaft und politischen Kontakten – eine durchaus clevere Strategie angesichts wachsender gesellschaftlicher Anforderungen an Landwirtschaft und Nachhaltigkeit. Bemerkenswert ist, dass Dr. Theresa Krato als Verbindung von praktischer, wissenschaftlicher Erfahrung und politischer Vernetzung gilt, während Dr. Mark Winter die wissenschaftliche Tiefe absichert; zugleich zeigt der Abschied von Martin May die Bedeutung traditionsreicher, behutsamer Übergänge. Branchenübergreifend wird der IVA immer mehr auch zu einem Player in gesellschaftlichen Debatten rund um nachhaltigen Pflanzenbau, Innovation und Regulierung – wie die jüngsten Diskussionen um die Zukunft der Landwirtschaft auf nationaler wie europäischer Ebene belegen.
Recherchiert man aktuell, zeigen sich zusätzliche Aspekte: Die Debatte um nachhaltige Landwirtschaft verschärft sich weiter. Auf www.zeit.de wird beispielsweise ausführlich über neue EU-Regelungen für Pflanzenschutzmittel berichtet. Ebenso diskutiert www.sueddeutsche.de Auswirkungen von Innovationen, wie Biostimulanzien, im deutschen Agrarmarkt. Der Mix aus alten und neuen Führungspersönlichkeiten beim IVA könnte für einen frischen, aber auch kritischen Dialog mit Politik und Gesellschaft sorgen. Industrie und Verbände stehen gerade vor der Herausforderung, glaubwürdige Nachhaltigkeit zu zeigen – Medien wie taz.de und FAZ.net heben zudem die Rolle der Öffentlichkeitsarbeit und deren Einfluss auf politische Entscheidungen hervor.